Der Wind bläst kräftig an diesem Mittwochvormittag im Göppinger Tierpark. Noch sind keine Besucher unterwegs. Tierpark-Leiter Heiko Eger macht den Stall der Dromedare sauber und gibt ihnen Futter. Eine Mitarbeiterin reinigt das Gehege der Kaninchen. Die Tiere haben sich in den Ställen und Unterständen versteckt und lassen sich ihr Frühstück schmecken – unbeeindruckt vom Rumoren des Baggers, der nur einen Steinwurf vom kleinen Teich entfernt eine Schneise gräbt.

Den Fußweg, der früher zu dem kleinen Gewässer führte, gibt es nicht mehr. Er wird leicht nach oben versetzt und führt künftig vorbei am Domizil der Emus und Kängurus. „Für Rollstuhlfahrer und Besucher mit Kinderwagen wird es dann einfacher, weil der Weg nicht mehr so steil ist“, erklärt Eger und zeigt auf die Schneise. „Da haben wir jetzt noch Grundwasser, da muss ein Schacht gebaut und eine Drainage gelegt werden“, sagt der Vorsitzende des Tierpark-Trägervereins. Überraschungen gebe es eben immer auf einer Baustelle.

„Illegalität ist beendet“

Beim Rundgang durch den Tierpark beschleichen Heiko Eger gemischte Gefühle. Einerseits ist er froh, dass nach jahrelangem Rechtsstreit, Genehmigungsverfahren und dem damit verbundenen Stillstand im Sommer vergangenen Jahres die bau- und zoorechtlichen Genehmigungen für den Betrieb des Tierparks vorlagen. Er ist erleichtert, dass die Anlage an Ort und Stelle bleiben darf und „dass die Illegalität beendet ist“, hatte er im August gesagt.

Andererseits ist der Umbau ein Kraftakt: Eger rechnet mit Investitionskosten von 100 000 Euro. Dazu kämen jeden Monat laufende Kosten in Höhe von 10 000 Euro. Noch dazu müsse die Baustelle neben dem normalen Betrieb laufen.

Info Der Tierpark in Göppingen ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es unter www.tierpark-goeppingen.de

Wie der Tierpark die Kosten stemmt und was sich sonst noch nach dem Umbau verändert, das lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der NWZ sowie im E-Paper ab 19 Uhr am Mittwoch.