Kreis Göppingen Im Notfall schnell da

Kreis Göppingen / SWP 27.02.2012
Die Helfer vor Ort (HvO) des DRK-Kreisverbandes Göppingen kamen im vergangenen Jahr 483 verletzten und kranken Menschen zu Hilfe. 2011 waren sie im zehnten Jahr im Einsatz.

Auch im zehnten Jahr des "Helfer vor Ort"-Systems waren die ehrenamtlichen Mitarbeiter des DRK-Kreisverbandes Göppingen 2011 wieder fleißig: 483 Mal rückten sie als Ersthelfer zu Einsätzen in ihren Wohnorten und Umgebung aus und betreuten verletzte und kranke Menschen, bis der Rettungsdienst eintraf.

Die Zahl der internistischen Notfälle, zu denen Herzinfarkte, Lungenembolien und Herz-Kreislauferkrankungen zählen, lag mit 252 Einsätzen erneut ganz vorn. Unfälle lagen an zweiter Stelle (häusliche Unfälle: 53, Verkehrsunfälle: 40), gefolgt von neurologischen Erkrankungen (41 Fälle). Weitere Einsätze erstreckten sich auf Erkrankungen von Kindern, Vergiftungen und psychische Erkrankungen.

Die Helfer vor Ort waren in 46 Gemeinden und Teilorten des Landkreises im Einsatz, in 14 Fällen mussten sie Patienten reanimieren und dabei neun Mal sogar ein Elektroschockgerät, einen Defibrillator, benützen. Besonders intensive Monate waren der Januar mit 60, der Juli mit 49 und der Februar mit 48 Einsätzen.

Christian Wagenfeld, der HvO-Beauftragte des DRK-Kreisverbandes, erkennt in der Einsatzstatistik eine deutliche Entwicklung: Die hohe Zahl der internistischen und neurologischen Fälle sei eine eindeutige Folge des demografischen Wandels: "Die Bevölkerung wird älter und damit auch kranker."

Man müsse in Zukunft mit einer steigenden Zahl von älteren und so genannten multimorbiden Patienten rechnen, die also an mehreren Krankheiten zugleich leiden, so der Arzt. Als Beispiel nennt er einen 83-jährigen Patienten mit einer Lungenerkrankung, einer Herzinsuffizienz, Diabetes sowie einer in jüngerer Zeit hinzugekommenen Krebserkrankung.

Für den Rettungsdienst wie die Helfer vor Ort gelte es gleichermaßen, mit solchen komplexen Krankheitsgeschichten kompetent umzugehen, so Wagenfeld. Wichtig seien gute Kenntnisse in Pharmakologie sowie ein breites Wissen über medizinische Grunderkrankungen.

Die Rettungsdienstmitarbeiter sowie die ehrenamtlichen Helfer vor Ort werden auf diese und weitere Aufgaben in regelmäßigen Schulungen und Fortbildungen vorbereitet. Christian Wagenfeld dankt allen Helfern für ihren unentgeltlichen und engagierten Einsatz. "Ihre Arbeit ist sehr wichtig für eine gute medizinische Versorgung im Landkreis."