Restaurant Im Honey-Do bleibt vorerst die Küche kalt

Hohenstaufen / EVELYN KRIX 17.01.2017

Die „Frische der köstlichen Speisen“ gehört mit zur Philosophie des Panorama-Hotels Honey-Do mit Café und Restaurant in Hohenstaufen. Doch seit kurzem zieht hier kein Duft von frischen Gerichten mehr durchs hauseigene Restaurant. Schuld daran ist akuter Personalmangel. Der zwang die Betreiberfamilie Schießl-Maier zur vorläufigen Schließung. Nur das dazu gehörende Hotel ist noch geöffnet.

„Ich war überrascht, als ich vor ein paar Wochen erfahren habe, dass die nicht nur Winterpause machen, sondern eigentlich schließen wollen“, erzählt Dr. Wolfgang Rapp, der Vorsitzender des Naturschutzbunds Göppingen ist und in Hohenstaufen lebt. Beim gemeinsamen Wandern vom Schwäbischen Albverein habe das jemand gesagt. Rapp bedauert die aktuelle Lage: „Ich weiß von Leuten, die von weit her gekommen sind und die haben dort Göckele gegessen.“ Dafür sei das Honey-Do bekannt.

„Es ist natürlich schade, dass wieder eine Gaststätte in Hohenstaufen schließt, weil wir fast keine Gaststätten mehr haben und das Honey-Do ist ein alteingesessenes Lokal“, meint auch der Geschäftsführer von Haus & Grund Göppingen, Manfred Brecht, der sich in Hohenstaufen in der Evangelische Kirche und für den örtlichen Sportverein engagiert. Dieser hatte selbst eine Zeit lang Probleme, einen Pächter für die vereinseigene Gaststätte zu finden.

Nabu-Chef Rapp stammt aus dem Raum Nürtingen und erinnert sich: Viele seiner ehemaligen Klassenkameraden würden den Hausberg Göppingens mit dem Honey-Do verbinden. „Und wenn meine Mutter und Vater uns was Gutes tun wollten, haben sie uns ins Honey-Do zum Essen eingeladen“, erzählt Rapp. Auch nach naturkundlichen oder touristischen Führungen in Hohenstaufen sei man früher gerne in das beliebte Traditionslokal eingekehrt.

Warum sich der Personalmangel im Honey-Do derart verschärft hat, dazu wollten die Betreiber auf mehrfache Nachfrage keine Stellungnahme abgeben. Erst Ende des Monats soll die Öffentlichkeit erfahren, wie es mit dem Restaurant weitergeht.

Offenbar gibt es Pläne für eine Wiedereröffnung: Auf der Webseite des Drei-Sterne-Hotels sucht man neue Mitarbeiter für das Restaurant und dessen Küche. Ein Blick in die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit im Internet zeigt: Einige der Posten scheinen schon vergeben worden zu sein. Die gesuchten Köche sollen Erfahrung in der bürgerlichen beziehungsweise schwäbischen Küche haben.

Dehoga: Gastgewerbe profitiert von guter Konjunktur

Entwicklung: Die wirtschaftliche Lage im Gastgewerbe sei gut, meint Tobias Zwiener vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga in Stuttgart: „Wir haben auf der CMT gehört, dass es den nächsten Übernachtungsrekord in Baden-Württemberg geben wird. Von dem her sieht man, dass es der Hotellerie gut geht und sie sich weiterhin positiv entwickelt.“

Die Gastronomie hinke ein bisschen hinterher. Das liege am Fachkräftemangel und dem Rückgang der Azubi-Zahlen. 2008 hatten sich in Baden-Württemberg über 10.000 für eine Ausbildung in der Branche entschieden. In den Jahren 2015 und 2016 waren es nur noch 6000.

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