Göppingen IG Metall erhöht den Druck

IG-Metall-Kundgebung beim Göppinger Traditionsunternehmen Schuler: Rund 450 Beschäftigte verliehen ihren Forderungen nach mehr Gehalt und die Übernahme Auszubildender Nachdruck. "Haltet uns nicht hin" oder "Warnstreik ist unser gutes Recht" war auf den Schildern der Arbeitnehmer zu lesen. Foto: Staufenpress
IG-Metall-Kundgebung beim Göppinger Traditionsunternehmen Schuler: Rund 450 Beschäftigte verliehen ihren Forderungen nach mehr Gehalt und die Übernahme Auszubildender Nachdruck. "Haltet uns nicht hin" oder "Warnstreik ist unser gutes Recht" war auf den Schildern der Arbeitnehmer zu lesen. Foto: Staufenpress
JAKOB KOTH 09.05.2012
Bei Warnstreiks der IG Metall Göppingen-Geislingen gingen Arbeitnehmer für mehr Gehalt, eine unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und eine erweiterte Mitbestimmung der Leiharbeiter auf die Barrikaden.

Pünktlich zur vierten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt der Metall-Branche, erhöhte gestern die IG Metall Göppingen-Geislingen mit zahlreichen Warnstreiks und Kundgebungen den Druck auf die Arbeitgeber. Nach der dritten Verhandlungsrunde die von der IG Metall Göppingen-Geislingen als "Provokation" empfunden wurde, rief die Industriegewerkschaft zu erneuten Kundgebungen auf, an der sich gestern und am Montag rund 1300 Beschäftigte Göppinger und Geislinger Firmen beteiligten. "Auf das bisherige Angebot gibt es nur eine passende Antwort und die heißt Warnstreiks", sagte der Erste Bevollmächtigte Bernd Rattay der IG Metall Göppingen-Geislingen. Die schwäbische Mentalität im Kreis zeichne sich durch viel Geduld aus, diese hätten die Arbeitgeber deutlich überstrapaziert.

Mit den aktuellen Kundgebungen reagierte die Gewerkschaft auf die Tarifverhandlungen für die rund 800 000 Beschäftigten der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie, die gestern Nachmittag in Sindelfingen stattfanden.

Bereits am Montagmorgen trat ein Großteil der Mitarbeiter der Ebersbacher Firma Schrag in den Warnstreik. Die Beschäftigten legten für 30 Minuten ihre Arbeit nieder. "Genug verzichtet, jetzt ist Schluss" und "6,5 Prozent Plus ist muss" war auf den Transparenten der Belegschaft zu lesen.

Gestern griff die Warnstreikwelle auf 14 weitere Betriebe im Landkreis über. So auch auf die Göppinger Traditionsfirma Schuler: "Die Beteiligung am Streik war sehr hoch, rund 450 Beschäftigte nahmen daran teil", gab Renate Gmoser von der IG Metall Göppingen-Geislingen, Auskunft. Auch bei Schuler wurden die Forderungen nach mehr Gehalt und die Übernahme Auszubildender mit Nachdruck vertreten. "Haltet uns nicht hin" oder "Warnstreik ist unser gutes Recht" war auf den Schildern der Arbeitnehmer zu lesen. Ebenso legten 300 Menschen der Belegschaft von Allgaier in Uhingen am Dienstagmorgen ihre Arbeit nieder. Martin Puschke berichtet von einer ausgelassenen Stimmung unter den Streikenden. Der Gewerkschafter: "Sie haben viel zurückstecken müssen und wollen mit der Kundgebung ein deutliches Zeichen setzen", erklärte er.

Auch bei den Geislinger Firmen WMF und Odelo kam es zu Protesten. "Die Stimmung bei Odelo war kämpferisch und die Beteiligung war sehr hoch", freut sich Michael Kocken, von der IG Metall Göppingen-Geislingen. Bei Odelo waren Transparente wie "Schöne neue Arbeitswelt" als Anlehnung an den Titel von Aldous Huxleys Roman "Schöne neue Welt" sowie "6,5 Prozent Plus ist muss", zu sehen. Auch für die kommenden Tage sind Kundgebungen im Landkreis geplant.