Kreis Göppingen Hundestaffel sucht Trainingsplätze

Trainingsplätze gesucht: Die Rettungshundestaffel des DRK ist ins Hintertreffen geraten. Jetzt bittet sie Gemeinden im Umkreis von Göppingen um Unterstützung.
Trainingsplätze gesucht: Die Rettungshundestaffel des DRK ist ins Hintertreffen geraten. Jetzt bittet sie Gemeinden im Umkreis von Göppingen um Unterstützung. © Foto: Archiv
Kreis Göppingen / JÜRGEN SCHÄFER 07.10.2014
Die DRK-Rettungshundestaffel kämpft mit einem neuen Problem: Sie verliert Trainingsplätze im Wald, weil Jäger sich schon anderweitig genug gestört fühlen. Jetzt bittet die Hundestaffel Gemeinden um Hilfe.

Noch vor zwei bis drei Jahren hatte die Rettungshundestaffel des DRK 15 Trainingsplätze im ganzen Kreis. Jetzt sind es nur noch fünf: Im Wald am Stauferpark, am Firmengelände Weiß für sieben Mal pro Jahr, am ehemaligen Bundeswehrdepot bei Unterberken, im Marbachtal bei Börtlingen, und am Reußenstein zwei Mal im Jahr. Für die Staffel eine ganz neue Entwicklung. "Seit unserer Gründung Mitte der 70er Jahre hatten wir immer genug Plätze", berichtet der Staffelleiter Björn Mangold. Aber dann kamen die Absagen. Aus Bad Boll, Geislingen, Ebersbach, Salach, Wiesensteig. Überall sei es der gleiche Hintergrund: Die Jäger reagierten zunehmend ablehnend auf Rettungshunde, die das Wild aufstörten.

Mangold bestreitet nicht, dass dem so ist. "Wir sind weg von den Wegen, wir gehen ins Unterholz", erläutert die stellvertretende Staffelleiterin Birgit Zabel. Es gibt auch drei "man trailer", die eine vermisste Person suchen. Aber störend seien auch andere im Wald, der Freizeitbetrieb habe zugenommen, und nach den Recherchen der Hundestaffel macht ihnen ein anderes Phänomen das Leben schwer: "Private Hundeschulen gehen in die Wälder rein", berichtet Mangold. So sei das auch im Schlater Wald, der den Rettungshunden nur noch punktuell erhalten geblieben ist. "Zweimal im Jahr dürfen wir noch zur Prüfung kommen."

Folge: Die Staffel muss mit weniger Trainingsplätzen auskommen - und auf entferntere ausweichen. Sie kann Plätze bei Tübingen, Plochingen und Schechingen bei Schwäbisch Gmünd nutzen. Die seien alle super, schwärmt Mangold. Aber die Anfahrt kostet Sprit, der mit Spendengeld finanziert werden muss. "Das schlägt auf die Dauer durch", klagt Mangold. Und so startete die Staffel eine einmalige Aktion: Sie bat Gemeinden im Umkreis von Göppingen um Unterstützung.

Der Erfolg ist noch ungewiss. Bisher gibt es genau eine Zusage, nämlich aus Eschenbach, und eine zweite Antwort, die auf Erfolg hoffen lässt. Viel mehr ist noch nicht passiert, weder so noch so - das Schreiben liegt noch bei den Gemeinden zur Bearbeitung. Was Mangold Hoffnung macht: "Sehr viele haben schon geantwortet, dass sie hinter uns stehen. Es liegt vielen was dran." Direkt Absagen habe er noch nicht bekommen.

15 Übungsplätze müssen es nicht mehr werden. Mangold wäre schon glücklich, wenn er neben Eschenbach noch vier dazubekäme, und wohlgemerkt auch da nur für zwei Trainingstage im Jahr. Damit käme die Staffel schon hin. Sie trainiert im Jahr 60 bis 70 Mal auf Plätzen, hinzu kommt noch andere Trainingsinhalte. Die Staffel trifft sich jede Woche zweimal, fast das ganze Jahr hindurch.

Was die Hundestaffel braucht: Am besten ein Waldstück mit 300 mal 100 Metern. Dort lernen dann die derzeit 17 Hundeteams, davon 13 geprüfte, wie man Menschen aufspürt. Zweite Erfordernis: "Je mehr Wälder, desto mehr Wechsel", sagt Mangold. Wenn die Hunde immer am gleichen Platz trainieren, kennen sie schon alle Wege und stumpfen ab. In neuem Gelände müssen sie sich orientieren - und werden neu motiviert.

Dem Eschenbacher Gemeinderat fiel die Entscheidung leicht, der Hundestaffel ein Waldstück am Kuhnberg für zwei Trainingstage im Jahr zu überlassen. Der Jagdpächter sei einverstanden, berichtete Bürgermeister Thomas Schubert. "Eine gute Sache", nannte das Gemeinderat Wilfried Eitle. Hans-Dieter Würthele war nur wichtig, dass die Hunde keinen Jagdtrieb entwickelten. Birgit Zabel konnte ihn beruhigen. "Die würden dann sofort herausgenommen."

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