Göppingen Hunde zu Besuch im Pflegeheim

Einer der Hunde holt sich Streicheleinheiten ab. Die Berührung von Tieren sind viele alte Menschen nicht mehr gewohnt.
Einer der Hunde holt sich Streicheleinheiten ab. Die Berührung von Tieren sind viele alte Menschen nicht mehr gewohnt. © Foto: Seniorenzentrum St. Martinus
Göppingen / SWP 11.03.2014
Tiere können auf behutsame Art Zugang zu alten Menschen finden. Die Hunde Naughty und Milka haben 20 Bewohner eines Seniorenzentrums in Göppingen eine schöne Stunde beschert.

Auf einen besonderen Tag durften sich 20 Bewohner des Pflegeheims St. Martinus in Göppingen freuen. Sie bekamen Besuch von den beiden ausgebildeten Therapiebegleithunden Naughty und Milka mit ihrer Besitzerin Verena Scholz. Scholz ist Sozialpädagogin bei den SOS Kinder- und Jugendhilfen Göppingen, wo sie unter anderem Pädagogik mit Tieren bei ihrer Arbeit umsetzt.

Die Sozialpädagogin hatte die gemeinsame Stunde mit den Hunden gezielt auf die Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt. Die Bewohner durften verschiedene Aufgaben um und mit den Hunden erledigen. Es wurden Karten mit Aussagen über die Hunde im Raum platziert. Diese konnten von den Bewohnern geholt und vorgelesen werden. Spielerisch bewegten sie sich so durch den Raum. "Milka kann Pfote geben", stand auf einer Karte, die eine Bewohnerin sich von der anderen Seite des Raumes geholt hatte. Das wollten natürlich alle sehen. Die Pädagogin zeigte, was die Bewohnerin tun musste, damit Milka ihr die Pfote entgegen streckte.

Nun kam die Bewohnerin an der Reihe. Sie lehnte sich in ihrem Rollstuhl ganz nach vorne und streckte ihre Hand der Hündin entgegen. Sichtlich angestrengt durch die ungewohnte Bewegung sagte sie jedoch laut und deutlich: "Milka, Pfote!" Für die kleine Hündin nahm die Frau diese Anstrengung in Kauf. Sie wurde dafür unmittelbar durch die Reaktion der Hündin belohnt. Milka gab sofort ihre Pfote, wedelte mit ihrem Schwanz und schaute sie erwartungsvoll an. Die Bewohnerin nahm eines der Leckerchen zwischen Daumen und Zeigefinger und fütterte die Hündin.

Diese Bewegungen sind für viele ältere Menschen ungewohnt geworden und müssen durch gezielte Übungen wieder ins Gedächtnis gerufen und trainiert werden. Durch die Arbeit mit den Hunden empfinden die Bewohner die Übungen als Spaß und sind bereit sich auf die Übungen einzulassen.