Verkehr Holzheimer gründen Bürgerinitiative

Bei einem ersten Treffen im September wurde der Entschluss gefasst und nun in die Tat umgesetzt: Rund 35 Holzheimer gründeten eine Bürgerinitiative.
Bei einem ersten Treffen im September wurde der Entschluss gefasst und nun in die Tat umgesetzt: Rund 35 Holzheimer gründeten eine Bürgerinitiative. © Foto: Christina Ott
Holzheim / Sabine Ackermann 11.10.2018

Wer könnte sich vorstellen, Impulse zu geben und mitzumachen?“, fragt die Bezirksbeirätin Christina Ott in die Runde. Und die Sprecherin dieses Gründer-Treffens muss nicht lange um tatkräftige Mitglieder der Bürgerinitiative kämpfen. Zur Erinnerung: Der vom Gemeinderat verabschiedete Lärmaktionsplan offenbarte, dass die Stadt auf die geplante Sperre für nächtliche Lastwagen-Fahrten verzichtet. Logisch, dass insbesondere die Anwohner entlang der Durchgangsstraße über das geplatzte Nachtfahrverbot recht verärgert sind.

Rund 35 Holzheimer kamen am Dienstag ins örtliche TSV-Vereinsheim und waren bereit, ruhig und sachlich über die Möglichkeiten zu reden, gemeinsam etwas gegen das hohe Verkehrsaufkommen zu unternehmen. Exakt eine Viertelstunde nach Beginn, stand das sechsköpfige Team der frisch gegründeten Bürgerinitiative fest.

Daniel Kanitz ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und Christina Ott hält die Kontakte mit den politischen Gremien aufrecht. Über ihren Sohn Alexander Maier, Landtagsabgeordneter der Grünen, kommt sie leichter an die zuständigen Ämter und Abteilungen. Cornelia Schwegler fungiert als Schriftführerin, Diana Rapp kümmert sich um die Finanzen, wie eventuelle Spendengelder, und Dorothee Horn sowie Peter Nägele rühren mit Flyern oder Plakaten die Werbetrommel, organisieren und betreuen etwaige Aktionen. Nach dieser beeindruckend schnellen „Wahl“, ging es in lockerer Runde um weitere Lösungsvorschläge. „Wir sollten uns Gedanken machen, was geht und was nicht“, ergreift Christina Ott das Wort und schlägt die Erstellung eines ausführlichen Maßnahmenkatalogs sowie ein zeitnahes zweites Treffen vor.

Gespräche mit den verantwortlichen Entscheidungsträgern aus der Politik sowie Geschwindigkeitsmessungen sind weitere Schritte. Ganz wichtig sehen die Holzheimer die Erweiterung der 30er-Zone, durchgängig und nicht nur von 22 bis 6 Uhr, sowie die Errichtung eines Zebrastreifens vor der Kurve, in der Nähe der Kreissparkasse. Dort sei auch der Gehweg extrem eng, bemängelt Jürgen Hofmann und die Autofahrer würden ab da richtig aufdrehen. Der einzige fest installierte Blitzer befindet sich in der Nähe der Firma Rollmann, bei mobilen Blitzern sei bis 22 Uhr das Ordnungsamt und danach die Polizei zuständig, brachte Christina Ott in Erfahrung. „Tempo 30 tagsüber, der Verkehr wird zwar langsamer, aber nicht weniger“, gibt jemand zu bedenken und eine Frau fügt hinzu: „Aber 30 ist für viele LKW-Fahrer unattraktiv“. Uwe Heitmann kennt sich in puncto Feinstaubmessung aus, hat ein halbes Jahr von 4 Uhr bis 8 Uhr die Messungen beobachtet und sorgt damit für großes Interesse bei den Anwesenden. Die Messgeräte gebe es im Internet für 25 Euro zu kaufen und senden alle zwei Minuten via Wireless einen Messwert nach Stuttgart, der dort ausgelesen wird. „Da machen wir gleich eine Sammelbestellung“, schlägt Dorothee Horn augenzwinkernd vor. Allen Anwesenden liegt es daran, kein unnötiges Porzellan zu zerschlagen. Vielmehr sehen sie es als wichtig an, das erste Zusammentreffen mit den Entscheidungsträgern höchstens mit vier bis fünf Leuten zu halten – vielleicht mit einem Moderator, der das Gespräch in die richtigen Bahnen lenkt.

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