Die Ebersbacherin war sich sicher: Es war kein defekter Spülkasten und sie sei sich auch keines Schadens in ihrem Haus bewusst. Und doch: Als die Wasserrechnung ins Haus flatterte, war der Schreck groß. 600 Euro mehr als in den Vorjahren sollte die Frau bezahlen, 97 Kubikmeter mehr Wasser habe sie im vergangenen Jahre verbraucht, so wies es die Abrechnung der Stadtwerke Ebersbach aus. Das könne nicht sein, sagte sich die Ebersbacherin und lief Sturm. "Die Wasseruhr muss defekt sein", erklärte sie unserer Zeitung.

Der Ebersbacher Kämmerer und Geschäftsführer der Stadtwerke, Helmut Roth, kennt den Fall. Er habe die Verwaltung intensiv beschäftigt. Einen Defekt an der Wasseruhr kann Roth mit fast 100-prozentiger Sicherheit ausschließen. "Die Wahrscheinlichkeit geht gegen null", weiß der Kämmerer. "Wir hatten noch nie einen Fall, dass die Wasseruhr nicht funktioniert hat", sagt Roth. Im Zweifelsfall bestehe die Möglichkeit, die Zähler bei der Landeswasserversorgung überprüfen zu lassen.

Etwa 100 Wasseruhren werden dort pro Jahr geprüft. Bei weniger als fünf Prozent werde eine Abweichung festgestellt, erklärt der Leiter der Kirchheimer Prüfstelle, Helmut Kopf. Die Kosten für die Untersuchung muss der Kunde selbst tragen. "Die amtliche Gebühr beträgt 55 Euro", sagt Kopf, dazu kämen die Kosten für Ein- und Ausbau der Zähler, "die von Versorger zu Versorger unterschiedlich sind". In Ebersbach liege der Preis für die Prüfung bei etwa 80 Euro, teilt Helmut Roth mit.

Dass Kunden ihre Wasserrechnung anzweifelten, komme in Ebersbach äußerst selten vor, "wir haben bei 4500 Kunden weniger als eine Reklamation pro Jahr". Meist stelle sich heraus, dass ein Defekt die Ursache für den ausufernden Wasserverbrauch sei. Ganz oben auf der Liste der "Verdächtigen" stehen undichte Klospülungen. "Oft sieht man das mit bloßem Auge nicht", sagt der Obermeister der Innung Sanitär-Heizung-Klempnerei im Landkreis, Georg Ehekircher. "Das geht ganz schnell und die Wasserrechnung kann dann doppelt bis dreimal so hoch sein." Schwierig zu erkennen seien kleine Risse in erdverlegten Leitungen. Um sicher zu gehen, dass nirgends Wasser verloren geht, sollten Kunden den Wasserzähler im Auge behalten: "Wenn das kleine Rad nie stillsteht, dann ist etwas faul", sagt der Fachmann.

Eine weitere Möglichkeit, sich vor unkontrolliertem Wasserverbrauch zu schützen, sei, den Wasserhahn für zehn Minuten zu schließen. Wenn sich beim Öffnen der Zähler der Wasseruhr drehe, weise dies ebenfalls auf eine undichte Stelle hin.

Tipps gegen Wasserverlust

Kontrolle Der Wasserverbrauch sollte immer im Auge behalten werden, rät Ebersbachs Kämmerer Helmut Roth. "Ganz wichtig ist es, mindestens einmal im Monat die Wasseruhr abzulesen, damit Unregelmäßigkeiten schnell entdeckt werden." Ein Hinweis, dass etwas nicht in Ordnung ist, sei das ständige Drehen des kleinen Rads am Wasserzähler, sagt Georg Ehekircher, Obermeister der Innung Sanitär-Heizung-Klempnerei.

Wasserfresser Defekte Toiletten-Spülkästen stehen ganz oben auf der Liste. Georg Ehekircher, Obermeister der Innung Sanitär-Heizung-Klempnerei, rät zum Klopapiertest: Es muss trocken bleiben, wenn man es an die Ausflussstelle hält. Auch das Sicherheitsventil der Warmwasser-Anschlussleitung - ein Verschleißteil - sollte stets überprüft werden. Um Leitungsschäden zu vermeiden, sollten vor dem Winter auch Außenzähler abgestellt werden, rät Helmut Roth.