Das Hohenstaufen-Gymnasium in Göppingen ist mehr als eine Schule. Es ist auch ein Baudenkmal, entworfen von Günter Behnisch, dem späteren Architekten des Olympiageländes in München. Christiane Fitschen von der Stadtverwaltung nennt auch das Hogy bedeutend, es sei ein wichtiges Dokument seiner Zeit und könne ein Wahrzeichen von Göppingen werden. Mit seiner offenen Architektur symbolisiere es Freiheit und Demokratie. „Es war ein Leuchtturmprojekt für Göppingen.“  Der Gemeinderat habe sich damals getraut, so modern zu bauen, mit großen Fensterfronten und vorgefertigten Elementen.  Baubürgermeister Helmut Renftle berichtete von Fachleuten, die extra zur Besichtigung des Hogys nach Göppingen gekommen seien. „Wir haben hier ein kleines Mekka.“ Die Stadt habe nur drei weitere Gebäude von berühmten Architekten, nämlich die Stadtkirche und das Badhaus des Christophsbads von Schickhardt, das Mörikegymnasium von Bonatz.

Auch die scheidende Hogy- Schulleiterin Martina Wetzel legte dem Gemeinderat die Sanierung ans Herz. Nicht nur wegen der Architektur: Die Anziehungskraft der Schule leide unter dem Zustand des Gebäudes. Der zuletzt verhaltene Zulauf sei zumindest teilweise darauf zurückzuführen, dass Kindern das Gebäude nicht behage. Da helfe es auch nicht, dass Eltern vom pädagogischen Konzept angetan seien.

OB Guido Till führte noch anderes an: Ein Neubau käme mit 17 Millionen nicht billiger – jedenfalls nicht bei einer Sanierung von 16,4 Millionen abzüglich zwei Millionen Zuschüsse, die zu erwarten seien. „Wir können völlig entspannt etwas für den Denkmalschutz tun.“  Und: „Wir sollten uns schon um unsere herausragenden Gebäude kümmern.“

Die Stadträte waren einverstanden  – wenn es bei 16,4 Millionen bleibt. Barbara Schrade (Grüne) verwies auf Überraschungen, die Geislingen bei einer Schulsanierung erlebe: dort seien aus zehn Millionen 20 geworden.  Michael Freche (Lipi) hat das aktuelle Beispiel Tiefgarage am Bahnhof vor Augen – 42 Prozent Kostensteigerung. „Es darf keine Kostenfalle sein“, erklärte Armin Roos (SPD). Dr. Emil Frick  (FWG) wollte „eine ganz präzise Kostenschätzung: für die nächsten Jahre, Monat für Monat.“ Seine Fraktion war gegen einen Grundsatzbeschluss zur Sanierung, der den Gemeinderat binde.  Man solle vielmehr „einen ersten Schritt zur Generalsanierung“ beschließen.

OB Till sieht sich damit auf einer Linie. Man brauche jetzt zwar einen verbindlichen Beschluss. Aber der sei kein Selbstläufer. So sah das auch Christian Stähle (Lipi). „Eine Zielorientierung“ nennt es Roos.

Es gab Sympathiebekundungen für das Hogy. Das gehöre zu Göppingen, erklärte Freche. „Wir reißen ohnehin zu viel ab.“ Die Stadt habe lange Zeit nicht allzuviel in das Gebäude gesteckt. „Längst überfällig“ nannte Christoph Weber (Grüne) die Sanierung des Gebäudes, das man ruhig historisch nenne dürfe.  „Eine Institution“,  sagt Roos. Frick hadert allerdings als ehemaliger Freihofler damit, dass „uns der Name geklaut worden ist“. Das heutige Freihof-Gymnasium war das Hohenstaufen-Gymnasium, bis es in den Behnisch-Bau zog.

Felix Gerber (CDU) sieht die Sanierung pragmatisch.  Man brauche attraktive Schulen, der Trend zum Gymnasium halte an. Klaus Rollmann (FDP/FW) stellte fest: „Ein Neubau würde keinen Sinn machen.“   Mit vorbereitenden Planungen wird das Büro Behnisch Architekten in Stuttgart beauftragt, das noch existiert. Die Stadt verspricht sich eine genaue Kostenschätzung.