Dietmar Ausländer steht in den neuen Büroräumen vor einem großen Ausdruck, auf dem einzelne Schritte eines Geschäftsprozesses aufgezeichnet sind. Der Leiter des Transferzentrums Logistik und Fabrikplanung erklärt das Ergebnis einer Unternehmensanalyse, das mit dem eigens entwickelten Wertstrom-Tool angefertigt wurde. "Wir schauen uns an, wie die Geschäftsprozesse in einem Unternehmen sind und analysieren diese. Jede Aufgabe wird festgehalten und kann bis auf einzelne Arbeitsbereiche und Mitarbeiter hinuntergebrochen werden", erklärt Dietmar Ausländer. Den Unternehmen können so Optimierungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Denn durch die anschauliche Darstellung der Aufgaben können die jeweiligen Schnittstellen zum nächsten Arbeitsschritt angeschaut werden. In Workshops mit den Firmen und deren Mitarbeitern werden dann Überlegungen gemacht, wo Dinge effizienter gestaltet werden. "Eine Umstrukturierung ist für Mitarbeiter natürlich immer etwas außergewöhnliches", berichtet Dietmar Ausländer. Oft gibt es Vorbehalte für Neuerungen, die aber aus dem Ergebnis des Wertstrom-Tools heraus logisch sind. "Diese Logik können wir transparent darstellen und den Mitarbeitern so durch offene Kommunikation ihre Angst nehmen", erklärt Ausländer.

Das Ziel des Wertstrom-Tools sei die Effizienzsteigerung des Unternehmens und dessen Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Es gehe keinesfalls darum, Arbeitsplätze zu mindern, sondern vielmehr darum, im Sinne einer höheren Effizienz die Produktion zu erhöhen und so diese Arbeitsplätze eher noch zu sichern. "Wir wollen Schwachstellen in der Wertschöpfungskette aufzeigen", so Dietmar Ausländer. Das Wertstrom-Tool sei gerade dann eine sehr gute gemeinsame Arbeitsbasis, wenn Unternehmen mehrere Standorte haben und die möglicherweise unterschiedliche Prozesse haben. "Wir wollen durch faktische Kennzahlen Verbesserungspotenzial ableiten und aufzeigen", erklärt Dietmar Ausländer, der sich mit seinen rund 12 Mitarbeitern als Beratungsdienstleister sieht. Je nach Aufgabe werden auch Spezialisten aus der Industrie oder von Hochschulen in die Prozessberatung mit involviert. "Wenn es zum Beispiel um die Pharmaindustrie geht, dann gibt es Voraussetzungen, die nicht alltäglich sind - da holen wir dann entsprechende Experten dazu", berichtet er.

Das Wertstrom-Tool, dessen Entwicklung ein halbes Jahr in Anspruch genommen hatte, ist seit 2010 im Einsatz und hat sich bewährt. "Die Kunden sind von dem Tool und seinen Features begeistert", sagt Ausländer. Für das "Wertstrom-Tool" hat das Transferzentrum nun den Innovationspreis des Landkreises in der Kategorie "Dienstleistung" erhalten. IHK-Präsident Wolf Martin übergab die Urkunde jüngst bei der feierlichen Verleihung des Preises im Uhinger Uditorium an Dietmar Ausländer. Gegründet wurde das Steinbeis-Transferzentrum Logistik und Fabrikplanung 1997 von Dietmar Ausländer und dem 1999 verstorbenen Professor Klaus Hanke. Heute ist es international aktiv und macht rund ein Drittel seines Umsatzes im Ausland.

Der Innovationspreis