Dorfleben Hilferuf der Faurndauer Landfrauen

Die Faurndauer Landfrauen hoffen bis zuletzt, dass sich noch ein neuer Vorstand findet: (von links) Hanni Uebele, Helga Bohnet, Marianne Berner und Heike Fina.
Die Faurndauer Landfrauen hoffen bis zuletzt, dass sich noch ein neuer Vorstand findet: (von links) Hanni Uebele, Helga Bohnet, Marianne Berner und Heike Fina. © Foto: Staufenpress
Faurndau / Susann Schönfelder 02.11.2018
Sollten es die Faurndauer Landfrauen nicht schaffen, bis Ende des Monats neue aktive Mitglieder zu gewinnen, steht der Verein vor dem Aus.

Es geht um Kindererziehung und Ernährung, Gesundheit und Hauswirtschaft. Außerdem stehen Bastelnachmittage, Gymnastik und Ausflüge auf dem Programm. „Die Landfrauen sind ein Bildungs- und Sozialwerk von Anfang an“, sagt Marianne Berner, Ortsvorsitzende der Faurndauer Landfrauen.

„Wir machen alles, wofür Interesse besteht.“ An den Veranstaltungen könne es nicht liegen, dass dem im Jahr 1947 gegründeten Verein die aktiven Mitglieder ausgehen, die seien eigentlich gut besucht, meint die rührige Vorsitzende. Doch die Situation ist prekär: „Am 20. November stehen wieder Vorstandswahlen an, und genau da liegt das Problem“, sagt sie. „Sollten wir es nicht schaffen, aktive neue Mitglieder zu gewinnen, die auch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, so müssen wir den Verein leider auflösen.“

Zweiter Hilferuf in drei Jahren

Der aktuelle Hilferuf ist bereits der zweite innerhalb von drei Jahren. Auch damals stand es Spitz auf Knopf, Marianne Berner fasste sich aber ein Herz und übernahm den Vorsitz. „Ich denke, ich habe den Verein auch gut vorangebracht“, ist sie überzeugt. Zwei Mitglieder mehr als 2015 gebe es heute, acht neue kamen hinzu, sechs sind in der Zeit gestorben. Außerdem gibt es mittlerweile die „Coolen Landkids“, eine Ju­niorgruppe von zehn Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren. Ein Schritt in Richtung Nachwuchsgewinnung und Verjüngung. „Wir hatten gehofft, dass vielleicht die eine oder andere Mutter der Kinder eintritt“, sagt die Vorsitzende. Eine Hoffnung, die sich bis jetzt zumindest nicht erfüllt hat.

Es werden also händeringend potenzielle Vorstandsmitglieder gesucht. Vom amtierenden Gremium machen nur Marianne Berner und Beisitzerin Hanni Uebele weiter. Helga Bohnet, Stellvertreterin und Kassiererin, hört genauso auf wie Schriftführerin Heike Fina und Beisitzerin Annemarie Landskron. „Mir wird das einfach zu viel. Das ist schon eine Verantwortung, die Kasse zu führen. Es muss ja alles stimmen“, sagt Helga Bohnet.

Wenn man mit den Faurndauer Landfrauen spricht, spürt man, wie ihnen das Herz blutet, wenn sie an eine mögliche Auflösung denken. „Wir haben wirklich viel auf die Beine gestellt“, blickt die Vorsitzende zurück. „Früher wurde den Kindern das Kochen in der Schule beigebracht. Heute nicht mehr. Wer macht das? Die Landfrauen“, ergänzt Heike Fina. „Früher haben wir auch viel Seiden- und Porzellanmalerei gemacht“, wirft Hanni Uebele ein. „Und die junge Generation strickt wieder und ist dankbar, wenn sie jemanden findet, der es weitergeben kann“, nennt Marianne Berner eine weitere Fähigkeit, die Landfrauen vermitteln können. „Wir haben halt das Geschmäckle, wir sind Bauersfrauen“, sieht die Vorsitzende ein Problem, warum sich so wenige neue Mitglieder zu ihnen gesellen und der Altersdurchschnitt nunmehr bei knapp 82 Jahren liegt. „Dabei sind die wenigsten Mitglieder Bauersfrauen. Wir sind für eine junge, bunte Gesellschaft“, fügt sie hinzu. „Wir sind offen für alle Frauen im ländlichen Raum.“

„Landfrauen gehören zum Dorfleben“

Marianne Berner ist überzeugt, alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben, „um die Situation zu retten“. Auch ein Gespräch mit der Faurndauer Bezirksamtsleiterin Chris Berger hat sie geführt, diese habe Unterstützung zugesagt und betont: „Die Landfrauen gehören schon zum Dorfleben.“ Das Image des Vereins nach außen sei gut, weiß Marianne Berner. „Aber kaum jemand weiß, wie sehr wir in Nöten sind.“ Sie hofft, dass die Auflösung in letzter Sekunde abgewendet werden kann: „Denn wenn es den Verein nicht mehr gibt, ist es schwer, ihn zu reaktivieren.“

„Landfrauen – viel mehr als Sie denken“

Vortrag Am Dienstag, 6. November, findet um 19 Uhr im Alten Rathaus in Faurndau ein Vortrag statt zum Thema „Landfrauen – viel mehr als Sie denken“. Der Landfrauen-Verein möchte an diesem Abend auf die Arbeit des größten Frauenverbands in Deutschland aufmerksam machen und durch diese Aktion auch neue Mitglieder gewinnen.

Mitglieder Aktuell haben die Faurndauer Landfrauen 47 Mitglieder und zehn Mitglieder in der Juniorgruppe.

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