Soziales Hilfe für die Ärmsten der Armen

Marta Parey mit „ihren“ Kindern in Argentinien, die sie im Oktober wieder besucht.
Marta Parey mit „ihren“ Kindern in Argentinien, die sie im Oktober wieder besucht. © Foto: Privat
Göppingen / Margit Haas 28.08.2018

 Wenn Marta Parey Mitte Oktober nach Cordoba in Zentral-Argentinien reist, weiß sie nicht, was sie erwarten wird. Denn obwohl die Göppingerin bereits seit zehn Jahren die Reise regelmäßig antritt, um in einem Kinderheim mitzuarbeiten, sie also um die Verhältnisse wissen müsste, ist doch in jedem Jahr Vieles wieder anders. „Leider verschlechtern sich die Lebensumstände für die Kinder und behinderten Menschen von Jahr zu Jahr“, bedauert sie.

Gerade die Lebensmittelversorgung werde immer dramatischer. Denn an den Ärmsten der Ärmsten wird gespart in einem Land, in dem es eine kleine Schicht sehr wohlhabender Menschen gibt, in dem aber die Mehrheit der Bevölkerung unter einer unvorstellbaren Inflation leidet. „Anfangs habe ich für einen Euro 4,50 Pesos bekommen, heute sind es über 30“, berichtet die Göppingerin. Der Staat ziehe sich aus immer mehr Lebensbereichen zurück. Und dies ist auch bei dem Kinderheim der Fall. „Ohne Spender, die vor Ort zum Glück immer wieder gefunden werden, müsste das Heim für 180 Kinder ganz schließen.“ Gleichwohl erlebt die gebürtige Ungarin aber eine Gastfreundschaft und eine Offenheit gerade bei den Argentiniern, die kaum selbst genug zum Leben haben. Auch wer bitter arm ist, „teilt alles und nimmt Fremde gastfreundlich auf“.

Seit die Göppingerin vor Jahren eher zufällig den Kontakt zu dem Heim bekam, in dem auch Kinder und Jugendliche mit Behinderungen betreut werden, lässt sie deren Not nicht mehr los. Sie sammelt seither im Freundeskreis fleißig Geld für „ihre“ Kinder, die nicht einmal gut ernährt werden können. Für sie ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Spenden „eins zu eins bei den Kindern ankommen“. So finanziert sie die gesamten Reisekosten und ihren Aufenthalt selbst und arbeitet kostenlos in dem Heim, in dem es einfach an allem fehlt. Kurz entschlossen bezahlt sie dann aus eigener Tasche schnell das Nötigste.

„Am liebsten wäre es den Trägern des Heimes, wenn die Kinder zur Adoption freigegeben würden. Dann wären sie aus der Verantwortung“, sagt sie. Doch gerade für die teilweise mehrfach behinderten Jugendlichen ist dies keine Perspektive. Sie sind nicht einmal mit dem Notwendigsten ausgestattet. „Ich habe im vergangenen Jahr Fliegengitter für die Fenster gekauft. Viele der Behinderten können die Insekten nicht abwehren, und so bedeutet diese banale Anschaffung eine große Erleichterung für sie“.­

Info Spenden an folgendes Konto: IBAN: DE 05610 5000 00000 328 445 bei der Kreissparkasse Göppingen (Stichwort „Waisenheim Hogar“). Spendenbescheinigung auf Wunsch unter Rolli-argentina@web.de.

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