Ebersbach an der Fils Hightech-Labor auf Rädern

In einem rollenden Hightech-Labor durften Schüler des Raichberg-Gymnasiums anspruchsvolle Experimente ausprobieren. Foto: Jakob Koth
In einem rollenden Hightech-Labor durften Schüler des Raichberg-Gymnasiums anspruchsvolle Experimente ausprobieren. Foto: Jakob Koth
JAKOB KOTH 20.09.2012
Bio-Unterricht mal anders: Im Biolab, einem rollenden Hightech-Labor, durften Schüler des Raichberg-Gymnasiums anspruchsvolle Experimente aus Biotechnologie und Gentechnik vollziehen.

Sie fühlen sich wohl in ihrer Montur, die 17 Schüler der 12. Klasse des Raichberg-Gymnasiums. Mit ihren weißen Kitteln und Schutzbrillen sehen sie heute aus wie echte Forscher. "Die Schutzkleidung ist ein Muss, schließlich wird im Biolab, dem rollen Hightech-Labor der Baden-Württemberg Stiftung, nur professionell gearbeitet", erklärt die sympathische Diplom- Biologin Patricia Zirkel, die die Schüler anleitet.

Die Isolation der eigenen DNA und die Tätersuche eines fiktiven Mordfalls mithilfe eines genetischen Fingerabdrucks stehen heute auf dem Programm - kein einfaches Thema, doch die Schüler, die allesamt den vierstündigen Biologiekurs besuchen, wissen was sie tun, zumindest die meisten von ihnen. Nach den Sicherheitsanweisungen müssen sie sich mit Wattestäbchen erst einmal gegenseitig Speichelproben entnehmen. Unter der Anleitung von Zirkel hantieren die Nachwuchs-Biologen mit Pipetten und Zentrifugen bis sie den Träger ihrer Erbinformationen isoliert und verfielfältigt haben. Durch Zwischenfragen werden die Schüler immer wieder in die Vorträge eingebunden und trotz der Sommerferien scheint noch einiges hängengeblieben zu sein: "Was besitzt eine größere Oberflächenspannung, Wasser oder Alkohol?" fragt die Biologin. "Wasser natürlich", antwortet eine Schülerin.

Das Konzept kommt an. "Im Biolab können die Schüler im Gegensatz zum teils trockenen Theorie-Unterricht in der Schule wirklich mal mit professionellem Gerät arbeiten, für das den Schulen die finaziellen Mittel fehlen", erklärt Zirkel, die in Hohenheim promovierte.

Nach rund einer Stunde haben sich die jungen Forscher eine Pause verdient - die eigene DNA ist nun isoliert und verfielfältigt. "Ich denke das hier ist ein super Einblick in den Beruf eines Biologen, es macht einfach Spaß die Sachen, von denen wir im Unterricht immer nur Bilder sehen, mal selbst auszuprobieren", meint die 17-jährige Schülerin Nadine Würth. Auch ihre Freundin Katharina Heinbuch ist begeistert: "Dadurch, dass wir Biologie vierstündig haben, können wir den Experimenten gut folgen", sagt sie. Mittlerweile im zehnten Jahr tourt das 55 Quadratmeter große Biolab schon durch Baden-Württemberg. Noch bis zum 30. Juni 2013 wird es durch das Land fahren.