Kreis Göppingen Herzinfarkt besser im Griff

Professor Jörg Martin: "Das gute Abschneiden bei der aktuellen Bundesauswertung spornt uns an."
Professor Jörg Martin: "Das gute Abschneiden bei der aktuellen Bundesauswertung spornt uns an."
Kreis Göppingen / PM/SU 03.11.2012
Gute Prognosen nach einer Dickdarmkrebs-Operation, mehr Überlebende eines Herzinfarkts: Die Kreiskliniken stehen im Bundesvergleich gut da.

"Das gute Abschneiden bei der aktuellen AOK-QSR-Bundesauswertung spornt uns an, uns noch weiter zu verbessern", erklärt der Geschäftsführer der kreiseigenen Alb-Fils-Kliniken, Professor Jörg Martin. Die Abkürzung QSR steht für Qualitätssicherung mit Routinedaten und ist derzeit das einzige Verfahren, das - ohne Erhebungsaufwand für die in der Patientenversorgung Tätigen - die Langzeit-Qualität von Behandlungsergebnissen analysiert. Grundlage dafür sind die Daten der AOK-Versicherten. "Als Mitglied der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) schauen wir uns diese Ergebnisse sehr genau an", sagt Martin. Ausgewählte QSR-Ergebnisse der deutschen Krankenhäuser wurden am 25. Oktober im AOK-Krankenhausnavigator im Internet veröffentlicht. Die Alb-Fils-Kliniken hätten darüber hinaus jetzt freiwillig ihre AOK-QSR-Klinikberichte veröffentlicht.

"Gerade die Qualitätsmessung bei der Operation des Dickdarmkrebses darf eben nicht nur den Zeitraum des stationären Aufenthaltes beinhalten", erläutert Professor Stefan Riedl, Chefarzt der Klinik für Allgemeinchirurgie. "Schließlich soll der Patient möglichst ein Leben lang gut mit dem OP-Ergebnis klarkommen." Mit dem QSR-Verfahren werden Komplikationsraten gemessen, wobei der Eintritt der Komplikation bis zu 365 Tage nach dem Eingriff liegen kann. In den Jahren 2008 bis 2010 wurden in der Klinik am Eichert 171 AOK-Patienten mit Dickdarmkrebs operiert. Diese wurden anschließend mit dem System QSR bis 31. Dezember 2011 beobachtet. Im Vergleich zur Überlebensrate im Bundesdurchschnitt (89,8 Prozent) überlebten in der Klinik am Eichert 92,1 Prozent der Patienten.

Ein ähnlich positives Bild zeige sich in der Helfenstein-Klinik in Geislingen bei der Entwicklung der Herzinfarkte, deren Überlebensrate von 2008 bis 2010 sich von 89 auf 92,5 Prozent verbessert hat - im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von 87,3 Prozent. Für den Chefarzt der Inneren Medizin, Dr. Andreas Schuler, ist dies ein klares Zeichen für die intensive und gute Kooperation mit dem Herzinfarkt-Netzwerk Göppingen unter Leitung von Professor Stephen Schröder.

Überprüft hat Geschäftsführer Jörg Martin die Auswertung von Hüftprothesen-Operationen nach einem Bruch in der Hüfte: Hier liegt die Überlebensrate in der Klinik am Eichert bei 90,4 Prozent, während sie bundesweit 92,4 Prozent beträgt. "Bei der genauen Analyse stellte sich heraus, dass ein Viertel der verstorbenen Patienten chronische Nierenerkrankungen hatten und zum Teil langjährige Dialysepatienten waren." Damit hätten die Patienten in der Klinik am Eichert eine schwierigere Ausgangslage, erläutert der Chefarzt der Unfallchirurgie, Professor Christoph Ulrich. Dies wird auch durch die Komplikationsrate bestätigt, die exakt im Durchschnitt liege.

Der Klinikenchef betont, dass alle auffälligen Werte auf mögliches Verbesserungspotenzial untersucht und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Die Daten sind im Internet auf der Homepage der Kliniken veröffentlicht "und beweisen einmal mehr, dass die Alb-Fils-Kliniken aktives Risiko- und Qualitätsmanagement für alle transparent darstellen", so Martin.