Holzheim/Missen-Wiederhofen Herzblut für die Holzheimer Hütte

Holzheim/Missen-Wiederhofen / Margit Haas 14.06.2018
Vor 50 Jahren haben sich einige Holzheimer einen Traum erfüllt und tief im Allgäu einen alten Hof gefunden und hergerichtet, die „Holzheimer Hütte“.

Klaus Rapp, Hans Hohlbauch und Manfred Hekeler haben sich an diesem heißen Sommervormittag in Holzheim getroffen. Und schwelgen in Erinnerungen. Es sind mehr als 50 Jahre, dass sie mit ihrem Verein „Holzheimer Hütte“ das von ihnen so benannte Bauwerk in Missen-Wiederhofen, zwischen Isny und Immenstadt im Allgäu, regelmäßig mit Leben füllen.

Vor genau 50 Jahren haben sie ihren Verein gegründet. Und das kam so: „Als junge Männer suchten wir für die Ski- und Wanderabteilung des TV Holzheim eine Hütte in den Bergen, von der aus wir zum Skifahren oder Wandern aufbrechen konnten“, berichtet Hekeler, der Vorsitzende des Vereins. Zufällig war in dem kleinen Allgäuer Ort ein passendes Objekt gefunden worden. Die „Holzheimer Hütte“ ist indes beileibe keine Kleinigkeit. Vielmehr handelt es sich um einen ausgewachsenen Bauernhof, den die Holzheimer zunächst mieteten, dann aber kaufen konnten. „Wir hatten das Geld dazu nicht und so sprangen unsere Väter ein“, erinnert sich Hohlbauch. Immerhin 30 000 D-Mark waren damals zu investieren.

Mit dem Kauf des alten Bauernhofes wurde dann der Verein gegründet, um dem Projekt eine solide rechtliche Basis zu geben. „Wir haben sehr viel umgebaut und sehr viel Geld investiert“, bekräftigt Rapp. Viel Eigenleistung von den Vereinsmitgliedern und anderen Holzheimern sowie die Unterstützung durch einen Bauunternehmer, der mit Material und Maschinen half, ließen den Traum wahr werden: Für maximal 25 Personen wurden Schlafplätze geschaffen. Es entstanden unter anderem neue sanitäre Einrichtungen – und damit auch eine Warmwasserversorgung. Sogar eine Kläranlage wurde in Betrieb genommen, Dach und Fenster ausgetauscht und auch ein Brücklein über einen kleinen Bach gebaut.

Wie viel Geld haben die 20 Vereinsmitglieder und ihre Familien in ihr Kleinod investiert? „Die genaue Zahl sagen wir lieber nicht“, sagt Manfred Hekeler lachend. Aber ganz offensichtlich bereuen er und seine Mitstreiter keinen Cent. „Das Haus liegt unwahrscheinlich toll an einem Südhang“, beschreibt Hans Hohlbauch. Auch er ist regelmäßig mit seinen Kindern und Enkeln Gast in der Holzheimer Hütte und nimmt ganz selbstverständlich an den zweimal im Jahr stattfindenden Arbeitsdiensten teil.

„Die Hütte ist völkerverbindend“, betont Klaus Rapp und lacht. Denn er hat dort seine Frau Christel kennengelernt. „Drei Paare haben dort zusammen gefunden“, weiß er. Mit den Einheimischen kommen die Holzheimer gut aus. „Sie unterstützen uns ebenfalls“, so Hekeler. Und deshalb werden die Nachbarn von den umliegenden Höfen und Almen auch eingeladen, wenn am Samstag, 7. Juli, das 50-jährige Bestehen des Vereins „Holzheimer Hütte“ natürlich im Allgäu gefeiert werden wird. Zu allen Jahreszeiten steht sie übrigens auch Gästen offen – vorausgesetzt, ein Vereinsmitglied gehört der Gruppe an.

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