Niemand kann von sich behaupten, sicher davor zu sein, ein Opfer von Betrügern zu werden. Die Täter werden immer dreister und gehen mit hoher krimineller Energie vor, um Geld und Wertsachen zu stehlen. Die Tricks und Methoden, die sich die oftmals gut organisierten Betrüger ausdenken, werden ständig perfider. Und immer häufiger geben sich Verbrecher als Polizisten oder Behördenvertreter aus, um ihre Opfer in Sicherheit zu wiegen.

Längst nicht nur ältere Bürger sind von den Machenschaften betroffen. Mitunter reicht ein kurzer Blackout, eine Unaufmerksamkeit, ein Missverständnis, damit die Diebe an ihr Ziel gelangen. So wertvoll die Appelle und Empfehlungen der Polizei sind, das Allerwichtigste ist der gesunde Menschenverstand. Er funktioniert vor allem dann gut, wenn man einen Moment lang innehält. In der Ruhe liegt bekanntlich die Kraft. Denn wer zunächst über das nachdenkt, was da von ihm am Telefon, an der Haustür oder am Computer verlangt wird, hat die größte Chance, ungeschoren davonzukommen. Würde meine Bank wirklich von mir per E-Mail verlangen, meine Kontodaten preiszugeben? Nein und nochmals nein. Ist es üblich, dass die Polizei sich meldet, um Wertsachen abzuholen und aufzubewahren – zum Schutz vor Betrügern? Nie und nochmals nie.

Wer sich nicht sicher ist, ob er gerade Opfer eines Betrugsversuchs wird oder vielleicht doch nur Gespenster sieht, sollte nicht allein handeln, sondern vorher Rat einholen – in der Familie, bei guten Freunden oder am besten gleich bei der Polizei. Niemand muss die Sorge haben, sich vor den Ermittlern lächerlich zu machen, denn diese wissen aufgrund ihrer Erfahrung sehr gut, wie raffiniert Betrüger-Banden vorgehen. Das Hauptinstrument der Täter ist das Schaffen einer Vertrauensbasis. Hier helfen zentrale Fragen an einen selbst: Wem vertraue ich? Wer soll persönliche Daten von mir erhalten – und wer nicht? Ist mein Gegenüber derjenige, für den er sich ausgibt? Habe ich das überprüft?

Eine Herausforderung besteht darin, mit dem kriminellen Einfallsreichtum der Betrüger mitzuhalten. Es ist ein bisschen so wie mit der Geschichte vom Hasen und vom Igel. Der eine hat  immer wieder die Nase vorn. Umso wichtiger ist es, jeden Verdacht der Polizei zu melden und mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Ziel muss sein, den Kreis derer ständig zu vergrößern, die Betrüger ins Leere laufen lassen.