Es ist ein Paukenschlag in der Stadtpolitik: Um das Software-Unternehmen Teamviewer in Göppingen zu halten, soll das neue Verwaltungszentrum der Stadt am Bahnhof   – via Verkauf an einen Investor  – dem Weltmarktführer überlassen werden. Stattdessen könnte auf dem früheren Müller-Areal weiter westlich, das eigentlich für Teamviewer vorgesehen war, das neue „Rathaus II“ entstehen. Was auf den ersten Blick wie ein vorgezogener Aprilscherz anmutet, entpuppt sich bei näherer Überlegung als reizvoller Gedanke. Denn es ist richtig, einem Unternehmen wie Teamviewer mit 400 Mitarbeitern, das zu den größten Gewerbesteuerzahlern in Göppingen gehört, im Stadtgebiet eine Zukunft zu geben, statt zuzusehen, wie die Firma abwandert.

Natürlich müssen die finanziellen und rechtlichen Bedingungen passen: Die Stadtpolitiker müssen darauf achten, dass es sich bei dem zwischengeschalteten Investor um einen verlässlichen Partner – idealerweise aus dem Landkreis oder der Region – handelt. Denn der Gefahr, dass am Bahnhof eine Ruine steht, falls Teamviewer der Stadt eines Tages doch den Rücken kehrt, muss ein Riegel vorgeschoben werden. Trotz des Zeitdrucks muss gründlich geprüft werden, wo mögliche Fallstricke des spektakulären Deals liegen könnten. Damit es keine böse Überraschung gibt.