Göppingen / Helge Thiele  Uhr
Ein großes Kompliment gebührt Polizei, Rettungskräften und Notfallseelsorgern, die im Göppinger Landratsamt einen schwierigen und belastenden Einsatz zu stemmen hatten.

Es verbietet sich, wenige Stunden nach dem schrecklichen Vorfall im Göppinger Landratsamt die Hintergründe der Selbstverbrennung zu bewerten. Denn diese müssen erst im Detail geklärt werden. Dennoch kann man erahnen, welches emotionale Drama sich gestern Nachmittag in der Verwaltungsbehörde abgespielt haben muss – sowohl für den 35-jährigen,
offenbar abgelehnten Asylbewerber aus Iran, der sich mit Benzin übergossen und angezündet hat, als auch für die Mitarbeiter und Besucher im Landratsamt, die zu Zeugen des grausigen Vorfalls werden mussten und – das ist das Allerwichtigste  – nach bisherigem Stand alle
unverletzt blieben.

Es ist nicht die Zeit für Spekulationen. Und an die Adresse jener gerichtet, die immer gleich zur Stelle sind, um aus Aufsehen erregenden Einzelfällen schrille  – und inhaltlich meist schiefe oder falsche – Rückschlüsse auf die Situation und das Verhalten aller Flüchtlinge zu ziehen, möchte man
appellieren, das Schicksal von Menschen nicht dafür zu missbrauchen, um verbales Gift zu verbreiten.

Ein großes Kompliment gebührt Polizei, Rettungskräften und Notfallseelsorgern, die gestern gemeinsam einen schwierigen und belastenden Einsatz zu stemmen hatten. Auch Landrat Edgar Wolff hat umgehend und richtig auf die Lage reagiert.