Göppingen Heißes Eisen Kinderbetreuung

Bei einer SPD-Veranstaltung haben Interessierte über frühkindliche Bildung und Betreuung in Göppingen diskutiert.
Bei einer SPD-Veranstaltung haben Interessierte über frühkindliche Bildung und Betreuung in Göppingen diskutiert. © Foto: Rolf Vennenbernd (dpa)
Göppingen / Annerose Fischer-Bucher 13.07.2018
Gemeinderatsfraktion und Ortsverband der Göppinger SPD diskutierten mit Bürgern über frühkindliche Bildung und Qualitätsentwicklung in den Einrichtungen.

In der SPD-Reihe „Kommunalpolitik im Dialog“ ging es in der jüngsten Veranstaltung im Göppinger Rathaus um Kinderbetreuung in Göppingen. Fragen zur Qualitätsentwicklung, zu den Rahmenbedingungen und wie Anstrengungen durch die SPD-Gemeinderatsfraktion unterstützt und in Anträgen im Gemeinderat gebündelt werden können – diese Punkte in der frühkindlichen Bildung und Betreuung waren die Diskussionsthemen.

Armin Roos, SPD-Fraktionsvorsitzender im Göppinger Gemeinderat, sagte zu Vertreterinnen aus dem Bereich von Kindergärten bis hin zu den Schulen, die SPD wolle die Anregungen aufnehmen und unterstützen. Zusammen mit Hilde Huber, der Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins, moderierte Roos die Gesprächsrunde. Stadträtin Thea Stephan übte in ihrem Eingangsstatement Kritik an den vielen Schlagworten, die vom Land zur frühkindlichen Bildung kämen. Bei den Details sei jedoch Fehlanzeige.

Stephan sagte, man habe durch den Ausbau der U3-Betreuung den Anschlussbereich etwas aus den Augen verloren. So fehlten in Göppingen 160 Kindergartenplätze, worauf Eltern einen Rechtsanspruch hätten. Zur Bedarfsplanung gebe es einen Gemeinderatsbeschluss mit 32 Plätzen für unter Dreijährige und 162 Plätzen für über Dreijährige.

Almut Cobet, Erste Bürgermeisterin der Stadt Göppingen, wies darauf hin, dass man in der Innenstadt noch eine Einrichtung brauche. Bei den unter Dreijährigen habe man Plätze geschaffen, aber die Nachfrage steige. „Jedes Kind ist der Stadt gleich viel wert. Wir sind dran, aber die Tücke liegt im Detail“, sagte Cobet. Jürgen Lämmle wandte sich dagegen, das Problem hochzustilisieren. Man müsse es als Chance im Wettbewerb der Städte begreifen, wenn die Stadt gute Angebote mache.

In der Diskussion ging es um Freistellungen vor Ort und um das Problem von Stückel-Stellen mit 15 bis 20 Prozent, die völlig unattraktiv seien. Christine Schlenker bemängelte, dass Stellen nicht besetzt würden. Man könne doch unbefristete Stellen anbieten, wenn man den Gesamtbedarf anschaue. Außerdem wurde von Vertreterinnen der Einrichtungen moniert, dass Kinder mit Betreuungsbedarf von mehreren Personen betreut würden. Hilde Huber möchte deswegen eine Umstellung in Richtung „Kita für alle“ herbeiführen.

Die Frage, ab wann ein Kind ein Inklusionskind sei und was mit anderen Kindern passiere, die auch Betreuungsbedarf hätten, wurde diskutiert. Dazu wurde von Teilnehmern die Forderung erhoben, Zahlen nicht einzelnen Kindern, sondern den Kindergärten zuzuweisen.

Ausbildung, Fortbildung und ordentliche Bezahlung waren weitere Themen. Dazu sagte Maren Drechsler, Leiterin des Referats Kinder und Jugend, dass die Stadt den Auszubildenden eine Übernahmegarantie gegeben habe. Ein krisensicherer Job dürfe nicht unterschätzt werden,    aber eine Kommune müsse dies auch finanzieren. Das bedeute, dass dann andere Dinge nicht gemacht werden könnten, und vor dieser Frage dürfe man sich nicht drücken. Roos sagte, die SPD sei hier immer in der Abwägung, deshalb habe man in Göppingen auch keinen Antrag auf kostenlose Einrichtungen gestellt.

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