Trachtenmode Im Heidi-Look ins Festzelt

Frauen im Dirndl und Männer in Lederhosen ergeben „in der Summe ein sehr schönes Bild in einem großen Festzelt“, sagt Festwirt Karl Maier.
Frauen im Dirndl und Männer in Lederhosen ergeben „in der Summe ein sehr schönes Bild in einem großen Festzelt“, sagt Festwirt Karl Maier. © Foto: © Kzenon - fotolia.com
Göppingen / Ulrike Luthmer-Lechner 13.06.2018
Wenn die Bierbank zum Laufsteg wird, gehören Dirndl und Lederhose für viele zum Pflichtprogramm. Was derzeit Trend ist bei Farbe und Schnitt.

Edel, elegant, stilvoll und hochwertig kommt das Dirndl dieses Jahr daher und zwar  hochgeschlossen und knieumspielend.  Das klassische Dirndl ist kein zeitloses Kleidungsstück, stattdessen ist die Bewegung in der Trachtenmode, die mit dem Zeitgeist geht, unübersehbar. Die Designer lassen sich jedes Jahr neue Details einfallen und bestimmen was trendy ist. Altbacken war gestern, denn das ursprünglich ländliche Arbeitsgewand hat sich zum stylischen Must-have für Evas aller Altersklassen gewandelt und ist  für echte Burschen ein Augenschmaus erklären Experten aus dem Landkreis.

Festwirt Karl Maier von Göckelesmaier verfolgt  den Trend zur Tracht mit Wohlwollen. In Stuttgart gehe so gut wie niemand mehr ohne Trachtenmode auf den Wasen und auch  beim Göppinger Maientag und Blasmusikfestival nehme das stark zu. „Es ist eine schöne Entwicklung, die ich sehr begrüße, denn die Gäste feiern anders, wenn sie sich vorher für diesen Anlass zurecht gemacht haben“. Karl Maier freut sich, wenn die Mädchen Dirndl tragen und  sich Zöpfe flechten. Der Heidi-Stil  lässt grüßen, denn auch zarte Blumenhaarkränze sind bei den Mädels en vogue „Die Burschen kommen in karierten Hemden statt T-Shirts und in der Summe ergibt das ein sehr schönes Bild in einem großen Festzelt“, so der Festwirt.

Ob  maßgefertigt oder von der Stange, mädchenhaft verspielt oder mit opulenter Eleganz, ein Dirndl gehört für viele Frauen mittlerweile zum Standard im Kleiderschrank. Benedikt Wiegel, Geschäftsführer bei Galeria Kaufhof in Göppingen weiß: „Günstige Dirndl in der Preisspanne zwischen 59 und 129 Euro werden von Kundinnen im Alter von 25 bis 50 gut angenommen und meist auch nur einmal getragen“. Allerdings halte sich der Run auf Trachtenmode im Vorfeld von Maientag und Blasmusikfestival in Grenzen. Die höherpreisige Ware komme erst im Vorfeld des Wasen oder Oktoberfestes, „dann steigt erfahrungsgemäß die Nachfrage“. Bei den Männern gehe der Trend eindeutig zur kurzen Lederhose mit Wadlstutzen. Warum? „Die lange Lederhose ist in den Festzelten zu warm“, sagt der aus Niederbayern stammende Geschäftsführer. 

Anständig statt freizügig

„Man setzt auf Naturmaterialien, wie Baumwolle, Leinen oder Seide beim Dirndl“, erklärt Anja Steinberger vom Online-Shop St. Malene in Göppingen. Sie fertigt Dirndl auf Maß, die mit prächtigen Print-Druck-Schürzen komplettiert werden. „Ohne Tracht geht gar nichts mehr“, wissen auch Heike und Alexander Berger von der Allgaeulilie in Rechberghausen. Sie starteten mit Taschen im alpinen Lifestyle und bieten inzwischen die komplette Trachtenmode drumherum an. „Die Leute sind mehr heimatverbunden und das schrille, auffallende Dirndl geht zurück, man trägt es nicht mehr so freizügig“. In dieser Saison seien klassische Schnitte in traditionellen Farben, wie zartes Pastell oder in floralen Desings, mit hochgeschlossener Bluse in. Der aktuelle V-Ausschnitt beim Dirndl folgt dabei dem Trend zum Hochgeschlossenen. Auch Blusen in frischem Weiß mit Stehkragen seien schwer angesagt.

Metallschnalle statt Bindeband

Neben alten Stoffen, wie sie einst für die Kittelschürzen verwendet wurden, werden hochwertige Stoffe aus Brokat, Taft und Spitze favorisiert.  „Neu sind auch die nostalgischen Metallschnallen an den Schürzen“, erklärt Heike Berger. Um von Kopf bis Fuß eine tolle Figur zu machen, sollten Accessoires, Make up, Frisur, Tasche und Schuhe individuell dazu passen.   Zum angesagten Dirndl-Styling  gehörten schicke dunkle Pumps, am besten auch mit Metallschnalle. „Sneakers zum Dirndl sind ein No-go ebenso wie eine  Alltags-Tasche“, so die Fachfrau in Sachen Alpenchic. Der fesche Bursche trägt natürlich Lederhose, aber: „Nicht übers Knie, denn das gehört zur Landhausmode“, betont Alexander Berger. Komplettiert durch ein weißes Hemd mit schöner Weste aus feinem Lodenstoff, die am Rücken mit  leichtem Glanz punktet. Auch mit einer eleganten Strickjacke sei man(n) perfekt gekleidet „dazu derbe Socken und Haferlschuhe“.

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