Göppingen Gymnasien dominieren immer mehr

Aufwärts: Bei der Gesamtzahl der Schüler ist auch in Göppingen der Trend wieder positiv. Doch nicht alle Schularten profitieren davon.
Aufwärts: Bei der Gesamtzahl der Schüler ist auch in Göppingen der Trend wieder positiv. Doch nicht alle Schularten profitieren davon. © Foto: dpa
Göppingen / Von Arnd Woletz 16.11.2018
Inzwischen wechselt in Göppingen fast jeder zweite Grundschüler auf das Gymnasium. Haupt- und Werkrealschulen sind praktisch verschwunden. Das dreigliedrige Schulsystem ist passé.

Gerade 15 Jahre ist es her, da galt auch in Göppingen die grobe Regel: Jeweils ein Drittel der Viertklässler wechselt auf die Hauptschule, die Realschule oder das Gymnasium. Doch dann kamen tiefgreifende Umwälzungen und neue Schularten. Mittlerweile wechselt in der Stadt fast jedes zweite Kind auf ein Gymnasium (knapp 46 Prozent). Hauptschulen sind längst verschwunden, auch die Werkrealschule spielt kaum noch eine Rolle (vier Prozent). Dafür hat sich die Realschule mit stets um die 40 Prozent etabliert und die Gemeinschaftsschule mit elf Prozent einigermaßen stabilisiert.

Diese Zahlen stehen in der Göppinger Schulstatistik, die jetzt druckfrisch vorliegt und auch im Ausschuss für Schulen und Soziales vorgestellt wurde. Dabei ist das fast 30-seitige Zahlenwerk in vielerlei Hinsicht aufschlussreich. Es macht beispielsweise deutlich, dass von den derzeit 2955 Gymnasiasten  fast 1700 aus Umlandgemeinden in die Stadt kommen. Bei den Realschulen ist es immerhin noch ein Drittel. Göppingen hat damit als Schulstadt weiterhin große Bedeutung, von den verschiedenen Berufsschulen und Privatschulen ganz abgesehen.

Der weit mehr als 200 Seiten starke Schulentwicklungsplan der Stadt, der ebenfalls kürzlich verabschiedet wurde, befasst sich auch mit den Zukunftsperspektiven der Schulen in der Stadt. Doch da die Bildungslandschaft ständig in Bewegung sei, lasse sich „kaum eine verbindliche und langfristig tragfähige Planung erarbeiten“, wie es heißt.

Allerdings: An den Gymnasien könnte sich die Zahl der Klassen pro Jahrgang auf 15 oder 16 erhöhen. Und noch eine Aussage untermauert der Schulentwicklungsplan: Die 15 Grundschulen der Stadt und der Stadtbezirke werden alle erhalten. Dabei haben sie ganz unterschiedlichen Zulauf. Beispielsweise besuchen die vierte Klasse der Grundschule Hohenstaufen sechs Kinder, an der Uhland-Grundschule in der Innenstadt sind es zehnmal so viele. Und bei den Grundschulen ist auch das Wechselverhalten auf weiterführende Schulen völlig unterschiedlich. Beispiel Reusch: Aus der vierten Klasse der Albert-Schweitzer-Schule favorisierten zuletzt 13 der 44 Kinder beim Wechsel die Gemeinschaftsschule, die an dieser Schule schon etabliert ist. An der nahe gelegenen Janusz-Korczak-Schule wählte hingegen kein einziges der 46 Kinder die Gemeinschaftsschule.

Die Werkrealschule, soll aus der Stadt nicht komplett verschwinden, das ist erklärter Wille. Die Walther-Hensel-Schule als einzige verbliebene Einrichtung mit diesem Etikett soll auch in den kommenden Jahren erhalten bleiben, „da dort auf den Praxisbezug Wert gelegt wird, der auf die Berufsorientierung abzielt.“

Betreuungsangebote werden immer wichtiger

Ganztagsschulen sind in der Stadt weiter auf dem Vormarsch, kaum eine weiterführende Schule hat kein Ganztagsangebot.

Mittelfristiges Ziel der nächsten drei bis fünf Jahre für die Schülerbetreuung seien definierte Standards, heißt es im Schulentwicklungsplan: „Es ist unerheblich, wie die Betreuungsform heißt, entscheidend ist die Qualität“. Die kommunalen Betreuungsangebote für Schulen sollen an den Hort-Standard angepasst werden.

Bei der Schulverpfegung seien auch „Veränderungen geplant, die entsprechend den Vorgaben und den Ansprüchen geändert werden sollen“.

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