Konzert Gute Taten: Nostalgie auf kleiner Seebühne

Eingebettet in eine traumhafte Kulisse musizierten Gerald Buß und Gundula Peyerl am Freitagabend in Faurndau.
Eingebettet in eine traumhafte Kulisse musizierten Gerald Buß und Gundula Peyerl am Freitagabend in Faurndau. © Foto: Giacinto Carlucci
Faurndau / Annerose Fischer-Bucher 25.06.2018

Als „super coolen Abend“ kündigte Martin Jeutter als Gastgeber das Programm der beiden Akteure an: Gundula Peyerl, die als ausdrucksstarker Sopran mit schauspielerischem Talent gleichzeitig durch den Abend führte, und den Mann am Klavier, Gerald Buß. Er begleitete nicht nur schön, sondern streute Klavier-Soli wie den träumerischen „Valse d’Amélie“ von Yann Teiersen ein und wurde zudem selbst sängerisch tätig.

„Auf der kleinsten Seebühne der Welt“, so Peyerl, boten die beiden gekonnt Filmnostalgie der Zwanziger und Dreißiger Jahre und französische Chansons, die längst zu bekannten Klassikern geworden sind.

„Cool“ in doppeltem Sinne erlebten die Zuhörer, die unter Apfelbäumen der Gärtnerei Jeutter um die Seebühne gruppiert waren, den Abend. Die Wolken hatten sich verzogen und der Abendschein spiegelte sich auf der ruhigen Wasserfläche, während einerseits das Duo aus Gesang und Klavier coole Musik in Form von Schlagern im Swing-Fieber, mit Walzern, langsamem Foxtrott, mit Musical-Ausschnitten und französischen Chansons gefühlvoll nostalgisch, jedoch nicht kitschig, sondern augenzwinkernd präsentierte. Cool andererseits, weil die Temperaturen einen trotz Abendsonne eher frösteln ließen.

Der Stimmung tat dies keinen Abbruch, denn die Gäste hatten zuvor und in den Pausen Essen und Trinken zugunsten der Guten Taten einnehmen können und konnten so gestärkt den Abend der Reihe „Kunst und Kultur im Gärtnerhof“ genießen. Peyerl sang professionell ihre Parts, führte amüsant durch den Abend, wobei sie locker Wissen einstreute.

Komponisten mit ihren pfiffigen Texten und Melodien von George Gershwin („Summertime“), Leonhard Bernstein („My House“), Fritz Kreisler („Liebesleid“) über Kurt Weill bis zu Peter Kreuder und weniger bekannte Komponisten wie Marcel Louiguy konnte man hören.

Dafür waren jedoch Stücke und Texte durch bestimmte Interpreten wie Edith Piaf oder Frank Sinatra bekannt und geläufig wie „La vie en rose“ oder „Les feuilles mortes“ durch Juliette Greco.

So erfuhren die Zuhörer von den verwelkten Blättern als Chiffre für eine vergangene Liebe, von musikalischen Grüßen vom Mond oder von zwei Frauen, von denen die eine einen Abschiedsbrief schreibt und die andere mit ihrem Liebhaber abrechnet. Dass man keine Millionen braucht, sondern nur Musik, Musik, Musik, das wurde auch durch den Beifall deutlich, der hübsche Zugaben zur Folge hatte.

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Jahre mit gemeinsamen Bühnenauftritten liegen hinter Gundula Peyerl und Gerald Buß. Beide experimentieren gerne und beeindrucken mit ihrer Spielfreude.

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