Fete  Gute Stimmung beim Heiligen Morgen

Tino Fetzer 26.12.2017
Weil die Geschäfte geschlossen sind, zog es weniger Besucher zum Feiern in die Innenstadt, als in den vergangenen Jahren.

Keine hektischen Männer, die noch schnell ein Parfum für die Frau kaufen müssen: Am Heiligen Morgen war am Sonntag in der Göppinger Innenstadt wesentlich weniger los, als in den vergangenen Jahren. Die Geschäfte für die Last-Minute-Einkäufe waren in diesem Jahr geschlossen. Jene, die extra für das traditionelle Wiedersehensfest gekommen waren, blieben so unter sich – es waren aber dennoch einige Tausend, die sich in den verschiedenen Kneipen auf einen Glühwein oder Punsch getroffen haben.

Vor allem Familien mit Kindern haben den freien Tag genutzt, um pünktlich zum Mittagessen in der Stadt zu sein und zum Beispiel an der Waldweihnacht eine Kleinigkeit zu essen. Denn: Spät haben die Besucher den Weg in die Innenstadt gefunden, erst zur Mittagszeit war in den Straßen viel los, davor war es noch verhalten – im Vergleich zu den Vorjahren, als schon kurz nach den Ladenöffnungszeiten die Stadt bevölkert war. „Herzlich willkommen zum 44. Heiligen Morgen“, steht an einer Tafel an Göppingens ältester Musikkneipe, dem „Treffpunkt“ in der Kirchstraße. Sie gilt als die Geburtsstätte des Heiligen Morgens, weil eben dort vor mehr als 40 Jahren deren Wirt Werner Hufeld seine Stammgäste auf den einen oder anderen Schnaps eingeladen hatte, was sich schnell herumsprach. Heute liegt der „Treff“, wie in die Stammgäste kurz nennen, ziemlich genau in der Mitte der Partymeile, die sich von der Waldweihnacht am Marktplatz bis zum Schloßplatz zieht.

Viele Kneipen in der Kernstadt hatten geöffnet – aber auch das Parker Jones an der Sternkreuzung und das Capone am Kaiserbau hatten die Türen geöffnet. Die Wirte entlang der Hauptstraße haben extra für diesen Tag Schankwagen und zusätzliche Stände aufgebaut, rund um den Dr.-Alfred-Schwab Platz hatten die Kneipen ebenfalls mit Bars im Außenbereich dafür gesorgt, dass die Besucher schnell an Glühwein und Co. kamen. Auf dem Schloßplatz waren am Café Bozen eigens zwei Food-Trucks aufgestellt, an denen die Partyfans frisch gekochte Spezialitäten genießen konnten. Das war wohl das deutlichste Zeichen, dass der Heilige Morgen zwischenzeitlich durchaus einen recht kommerziellen Touch hat und für die Wirte wirtschaftlich sehr bedeutend ist.

Die Gastronomen indes hatten sich vom Heiligen Morgen mehr erhofft. Mit dem Umsätzen zufrieden war keiner so recht – die Erwartungen nach den vergangenen Jahren, in denen immer mehr Menschen in die Innenstadt gekommen waren, waren hoch gewesen. Den vielen Besuchern, die sich in ihren alten Stammkneipen getroffen und oft nach vielen Jahren wiedergesehen haben, war das freilich egal und die Stimmung sehr gut – so wie es am Weihnachtstag auch sein soll.