Göppingen Stinkender Grüngutplatz verärgert Anwohner

Der Grüngutplatz in der Roßbachstraße: Anwohner beschweren sich über die Geruchsbelästigung, der Abfallwirtschaftsbetrieb sichert Abhilfe zu.
Der Grüngutplatz in der Roßbachstraße: Anwohner beschweren sich über die Geruchsbelästigung, der Abfallwirtschaftsbetrieb sichert Abhilfe zu. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / Annerose Fischer-Bucher 08.11.2018
Noch ein stinkender Grünmüllplatz: Auch Anwohner des Göppinger Platzes an der Roßbachstraße gehen auf die Barrikaden.

„Bei Westwind riecht man nichts, aber bei Ostwind und bei einer Schönwetterlage stinkt es granatenmäßig, und zwar schon immer“, sagt Dieter Lässle, der am Sonnenberg in Göppingen wohnt, an dem die Roßbachstraße vorbeiführt. Dort befindet sich der Grüngut-Kompostplatz, der nicht nur den dortigen Anwohnern in die Nase sticht und beißt, sondern auch Anwohnern am gegenüberliegenden Galgenberg. So beklagt sich Margret Rauser über die „jahrelangen Geruchsbelästigungen, die nicht nur beim Umsetzen entstehen“. Sie hat sich sowohl an den Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) als auch an Doris Bernhard vom Umweltschutzamt des Landkreises gewandt. Rauser beklagt, dass sich trotz Beschwerden nichts tue. Auch Bewohner in der Hohenstaufenstraße, im Gebiet Friedhof und im Hailing, stören die Geruchsbelästigungen, die vor allem bei Ostwind aufträten.

Geruchsprotokolle notwendig

„Es wird sich auch so schnell nichts tun“, sagt Bernhard, die bei der unteren Abfallrechtsbehörde dafür zuständig ist. Sie verlangte genaue Geruchsprotokolle von den Anwohnern, die in der Regel drei Monate lang erstellt werden müssten, sonst könne sie nicht tätig werden. Man müsse erst die Informationen sammeln. Dann werde sie in der nächsten Woche die Informationen und Fragen an den AWB geben, um die Frage zu klären, ob die Geruchsbelastung auf innerbetriebliche Abläufe oder auf die Art des angelieferten Grünguts in der Verrottung zurückzuführen sei. Die Anlage wird nicht vom  AWB selbst, sondern von einer Betreiberfirma bewirtschaftet.

Als untere Aufsichtsbehörde kann das Umweltschutzamt eine Anlage schließen, wenn sie nicht gemäß den gesetzlichen Bestimmungen betrieben werde und keine andere Abhilfe möglich sei. Bernhard lässt jedoch auf Nachfrage durchblicken, dass es als subjektiv erlebt werde, ob jemand einen Geruch als Belästigung empfinde. Eine objektive Messung sei hier wesentlich schwieriger als etwa die Messung von Lärm.

Dirk Hausmann, Leiter des AWB, sagt auf Anfrage, dass der heiße Sommer für die besondere Geruchsbelästigung verantwortlich sei. Man habe mit der Betreiberfirma vereinbart, „künftig das Grüngut bedarfsweise zu befeuchten“. Hausmann argumentiert wie beim Kompostplatz in Rechberhausen, bei dem sich ebenfalls Anwohner beschwert hatten. Daraufhin wurde das Thema auch im Rechberghäuser Gemeinderat behandelt.

Es sei in diesem Jahr besonders viel Obst angeliefert worden, was den Geruch verursacht habe. Hausmann sprach von Überlegungen, in Zukunft Obst getrennt in Containern zu sammeln und dann an kleine landwirtschaftliche Biogasanlagen zu liefern, um Abhilfe zu schaffen. Für Rechberghausen kündigte er an, dass dort Gut abgetragen und weggefahren werde, was jedoch kurzfristig zu erneuten Belästigungen führen werde. Ein weiterer Aspekt seien jeweils Tal-Lagen, in denen der Geruch schlechter abziehen könne als etwa in hohen Lagen.

Die Anwohner beruhigen indes diese Aussagen nicht. Sie verweisen darauf, dass der Geruch nicht erst seit dem Jahr 2017 aufgetreten sei. Bereits Jahre zuvor und schon vor der ersten offiziellen Inbetriebnahme sei der Gestank regelmäßig dagewesen. Man sei vertröstet worden, dass sich das Problem lösen würde, sobald der Platz ordnungsgemäß angelegt sei. Aber geändert habe sich nichts.

Margret Rauser sagt, es stelle sich die Frage, wie viel man als Bürger tolerieren müsse. Sie ist der Meinung, dass bei ordnungsgemäßer Kompostierung ein Platz nicht in diesem Ausmaß stinken dürfe. Man habe beispielsweise beobachtet, dass verfaultes Schnittgras von den Sportplätzen angeliefert worden sei. Mehrere Anwohner wollen jedenfalls nicht weiter zusehen, dass „nichts unternommen“ werde.

Dirk Hausmann vom Abfallwirtschaftsbetrieb versicherte auf Nachfrage, dass man den Problemen nachgehen und alles tun werde, damit „in Zukunft von vorne herein Geruchsprobleme weitestgehend ausgeschlossen werden können“.

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