„Mittlerweile gibt es eine Drogenschwemme“, sagt Dieter Taller, stellvertretender Leiter des Polizeireviers Göppingen. Die Menschen hätten mehr Geld und es sei beinahe schick, Kokain zu schnupfen. Die Folge: Auch auf den Straßen sind immer mehr Menschen unter Drogeneinfluss unterwegs.

Legalisierung von Cannabis würde Problem nicht lösen

Wie drängend das Problem ist, beweisen Zahlen: Im vergangenen Jahr gab es im Revierbereich 69 Fälle von Drogen am Steuer – allesamt durch ein Gutachten belegt. Die Debatte über die Legalisierung von Drogen spiele dabei keine Rolle, betont Taller: „Selbst wenn man es legal konsumieren dürfte, darf man dann nicht Auto fahren.“

Polizeioberkommissarin Patricia Glöckler hebt hervor, dass der Cannabis-Konsum vor allem bei den 16- bis 25-Jährigen zugenommen habe. „Kontrolldruck und Strafen hemmen“, sagt die Polizistin. Dieter Taller pflichtet ihr bei: „Es geht darum, das Bewusstsein zu wecken, dass die Polizei das im Auge hat und dass es schiefgehen und teuer werden kann.“

Getunt ist nicht immer illegal

Dasselbe gilt für Autofahrer, die mit getunten Autos unterwegs sind. Wobei man hier genau unterscheiden müsse, unterstreicht Taller: „Was der Bürger sieht, heißt nicht gleich illegal.“ Manche Fahrzeuge seien extra so gebaut, dass sie laut seien. Für Passanten sei dies natürlich alles andere als angenehm.

Dennis Freundorfer, der die Tuningszene überwacht, erzählt, wie kreativ mancher Autofahrer beim Aufmotzen seines Wagens ist. Er hat bereits einiges erlebt und schildert Beispiele aus früheren Kontrollen: „Einer hat alte Gasflaschen an den Auspuff geschraubt. Das waren dann 117 Dezibel.“ Ein anderer habe Wert auf Ästhetik gelegt und den Airbag aus dem Lenkrad seines Autos entfernt, „weil er ein flaches Lenkrad schöner fand“, sagt der Polizist Kopf schüttelnd.

Wir berichten ausführlicher in der Samstagsausgabe der NWZ (6. April).

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Fahrt unter Drogen kann fatale Folgen haben


Teurer Spaß Wer bei einer Fahrt unter Drogen erwischt wird, muss ein Bußgeld von 500 Euro zahlen. Hinzu kommt ein einmonatiges Fahrverbot plus Führerscheinentzug. Der Fahrer trägt die Kosten für die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) von mindestens 500 Euro und muss zudem verschiedene Blutuntersuchungen selbst bezahlen, um zu beweisen, dass er wieder clean ist. Das kann noch einmal bis zu 1500 Euro kosten. Zusammen mit Nachschulungen kommen rund 3000 Euro zusammen, rechnet Polizeioberkommissarin Patricia Glöckler vor.

Jobverlust Regelmäßige Konsumenten schafften es oft nicht mehr, alle Untersuchungen zu bestehen, sagt Dieter Taller, stellvertretender Revierleiter in Göppingen. „Sie verzichten dann lieber auf den Führerschein.“ Der Verlust des Führerscheins sei wiederum oft mit dem Verlust des Arbeitsplatzes verbunden.

Nicht versichert Verursacht man unter Drogen oder Alkohol einen Unfall, zahlt die Versicherung nicht. Das Gleiche gilt bei Fahrten mit illegal getunten Autos. „Im Zweifel ist man das ganze Leben belastet“, betont Taller.

Verkehrsminister wollen härtere Strafen für Poser


Höhere Bußgelder Die Verkehrsminister der Länder wollen Raser, Drängler und sogenannte Auto-Poser künftig härter bestrafen. Auch andere Verstöße „mit einem besonderen Gefährdungspotenzial“ sollten zügig mit deutlich höheren Bußgeldern geahndet werden, heißt es in einem Beschlussvorschlag der Verkehrsministerkonferenz, die am Donnerstag und gestern in Saarbrücken stattfand. Dazu gehörten auch Trunkenheitsfahrten oder Handy-Telefonate am Steuer. Die schärferen Sanktionen sollten eine „abschreckende Wirkung“ erzielen, um die Sicherheit im Verkehr auf deutschen Straßen zu verbessern. Ziel sei weiter, die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. Die Landesarbeitsgruppe werde sich auf Vorschlag von Baden-Württemberg auch mit dem „Auto-Posing“ befassen: Dabei gehe es um das „Zur-Schau-Stellen PS-starker Fahrzeuge“, das „unnütze Hin- und Herfahren“ sowie „technische Maßnahmen im Bereich Tuning“.