Party Großes Wiedersehen in der Chapel

Göppingen / Evelyn Krix 26.12.2017
Bei der Bellino-Party im Göppinger Stauferpark ging es zu, wie auf einem riesigen Klassentreffen.

Ein Blick, ein Grinsen und dann fallen sich alte Freunde in die Arme. „Ich hab dich schon ewig nicht mehr gesehen“, sagen einige zueinander, als sie sich auf der Bellino-Party in der Chapel im Stauferpark treffen. Dann stoßen sie mit Bier oder anderen Getränken auf das Wiedersehen und die vergangenen gemeinsamen Zeiten an. Im Hintergrund schallen die Disco Boys mit „I came for you“ aus den Musikboxen.

Am ersten Weihnachtsfeiertag sind sich auf der Bellino-Party aber noch viele weitere Kommunikationstypen begegnet: Während sich die einen nur mit einem „Wie geht es dir?“ begrüßen und gleichzeitig verabschieden, informieren sich andere über die neuesten Entwicklungen im Leben. Andere tauschen Küsse aus. Man plaudert, trinkt und tanzt ein bisschen wie bei einem großen Klassentreffen, womit die Bellino-Party gerne verglichen wird. „Man trifft hier Leute, die man sonst das Jahr über nicht sieht“, freut sich Jochen Eitle aus Uhingen. Der 27-Jährige ist zum fünften Mal dabei.

Auch für seinen Kumpel Daniel Hummel ist das Event Kult: „Meine Tante und mein Onkel sind hier schon hergekommen.“ Das letzte Mal war er vor sieben Jahren in der Chapel: „Sonst bin ich immer zu spät für die Karten dran.“ Neben Hummel wollten in diesem Jahr viele ihren weihnachtlichen Kirchgang mit dem Besuch der Bellino-Party erfüllen. Die Karten waren aber auf 1200 Stück begrenzt und in kurzer Zeit ausverkauft. Ein Rest von 280 Tickets sei am Heiligen Morgen in der Göppinger Innenstadt in 20 Minuten weg gewesen, erzählt Organisatorin Annabell Rieker. Selbst wer seine Chance an der Abendkasse nutzen wollte, um noch an eine der allerletzten 150 Karten zu kommen, hatte nach einer Stunde schon kein Glück mehr. „In einer Halle kann jeder – außer in einer Kirche“, kommentiert Rieker den Erfolg glücklich.

Nach der Renovierung der Chapel ist die Traditionsfete wieder zum zweiten Mal in der ehemaligen Kirche der Amerikaner. Zuvor wurde die Bellino-Party in die Werfthalle verlegt, wo über die Jahre allerdings das Interesse sank, sagt Rieker: „Seit wir wieder nach Hause gekommen sind, ist der Andrang wieder sehr groß.“ Auch Michael Schäfer, zweiter Vorsitzender des veranstaltenden Vereins „Fabrik für Kunst und Kultur“, ist zufrieden mit dem Rückzug: „Es ist stressfreier und auch die Atmosphäre ist viel schöner.“ Dem stimmt Jan Albrecht zu, der die Abwechslung der Musikrichtungen auf den Floors – der Krypta und Chapel – lobt: „Die ganze Stimmung passt und die Leute sind gut drauf.“

Ursprung der Bellino-Party

Entstehung Die Bellino-Party war ursprünglich eine private, familiäre Feier. Weil immer wieder weitere Freunde und Bekannte dazu eingeladen waren, wurde daraus schließlich ein großes, öffentliches Event.

Name In den Anfängen wurde auf dem ehemaligen Gelände der Firma Bellino in Göppingen gefeiert. 1998 zog die Feier mit dem veranstaltenden Verein „Fabrik für Kunst und Kultur“ in die Chapel um. Sie trägt ihren Geburtsort aber noch als Namen. krib

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