Diskussion Große Not auf dem Wohnungsmarkt

Der „Runde Tisch Asyl“ diskutierte im Rathaus über die Wohnsituation von Flüchtlingen.
Der „Runde Tisch Asyl“ diskutierte im Rathaus über die Wohnsituation von Flüchtlingen. © Foto: Stadt
Göppingen / Margit Haas 19.10.2018

„Ich freue mich über den sehr guten Zuspruch zu unserem Runden Tisch Asyl“, betonte Bürgermeisterin Almut Cobet angesichts des voll besetzten Sitzungssaals im Rathaus. Denn: „Obwohl der ganz große Zustrom zu Ende ist, wird uns das Thema weiterhin beschäftigen.“ Zum neunten Mal hatte die Stadt zum Runden Tisch eingeladen, der Akteure aus unterschiedlichen Bereichen zusammenbringt. Einmal mehr wurde deutlich, dass sich Haupt- und Ehrenamt gut ergänzen, dass sie zur Integration der Menschen mit oft traumatischen Fluchterfahrungen entscheidend beitragen. Gerade beim Thema Wohnen, dass im Mittelpunkt der Diskussion stand, wurde deutlich, dass auch in Göppingen viel mehr Wohnungssuchende den Angeboten gegenüberstehen.

Katharina Blessing vom Projekt „Hope“ der Adventsgemeinde und Thomas Möller von „Pauls Café“ der Katholischen Kirchengemeinde St. Maria berichteten von ähnlichen Erfahrungen. „Eine Wohnung für Flüchtlinge zu finden ist wie ein Roulette-Spiel.“ Beide beklagen zudem – wie auch die städtische Integrationsmanagerin Johanna Dürr – dass Vermieter die Notlage der Flüchtlinge ausnutzen und Wohnraum anbieten, der diesen Namen nicht verdient. „Wohnungen ohne Fenster und krass verschimmelt“, weiß Dürr aus eigener Anschauung. Auf ein Problem machte der Immobilienmakler Matthias Dobler aufmerksam. „Es gäbe auf Anhieb hunderte freie Wohnungen, wenn sie nicht illegal vermietet würden.“ Auf Internetportalen für Monteure finden sich zahlreiche Zimmer, die für bis zu 30 Euro pro Person und Nacht vermietet werden. „Dafür gibt es in Göppingen bislang keinerlei Wahrnehmung.“ Die Stadt will das Thema aufgreifen und durch neue Baugebiete Druck aus dem Wohnungsmarkt nehmen.

Auch die städtische Wohnbaugesellschaft Göppingen investiert wieder in den Mietwohnungsbau. Hermine Wagner verwahrte sich gegen „ungerechtfertigte Angriffe“. Flüchtlinge würden im gleichen Maße berücksichtigt, „wie alle anderen Bevölkerungsschichten auch“. Sie betonte aber auch, dass „in erster Linie an Familien aus den Göppinger Gemeinschaftsunterkünften vermietet wird. Schleuserwohnungen machen wir nicht frei“.

Das Thema spielt auch eine gewichtige Rolle bei der Fortschreibung des Integrationsplanes. „Wir diskutieren über eine Wohnberatungsstelle oder Wohnraumbörsen“, so der Integrationsbeauftragte Timo Meuser.

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