Göppingen Großartige Chorleistung beim Passionskonzert

Passionskonzert in der Stiftskirche Faurndau: Die Aufführung Mozarts großer c-Moll-Messe mit dem Kammerchor Capella Nova, dem Kammerorchester Nota Cambiata sowie Solisten unter Leitung von Gerald Buß wurde ein großartiger Erfolg.
Passionskonzert in der Stiftskirche Faurndau: Die Aufführung Mozarts großer c-Moll-Messe mit dem Kammerchor Capella Nova, dem Kammerorchester Nota Cambiata sowie Solisten unter Leitung von Gerald Buß wurde ein großartiger Erfolg. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / ANNEROSE FISCHER-BUCHER 29.03.2016
Das Kammerorchester Nota Cambiata und der Kammerchor Capella Nova unter Kirchenmusikdirektor Gerald Buß musizierten am Karfreitag zusammen mit einem Solistenquartett Mozarts "Missa solemnis".

Keine Kleinigkeit - solch ein monumentales Werk wie die große c-Moll Messe, KV 427, von Wolfgang Amadeus Mozart einzustudieren und aufzuführen. Als "Missa solemnis" 1782 als eine von insgesamt 19 Messen mit einer stilistischen Vielfalt geschrieben, ist sie ebenso wie das Requiem ein Torso geblieben - es fehlt beispielsweise das "Agnus Dei" und Teile des "Credo". Sie stellt jedoch hohe Anforderungen an Chor, Orchester und Solisten. Kirchenmusikdirektor Gerald Buß schaffte es, im Passionskonzert am Karfreitag in der Faurndauer Stiftskirche eine in sich stimmige Interpretation dieser unvollendeten Messe zu generieren, indem er den Kammerchor Nota Cambiata zu einer großartigen Leistung stimulierte. Er fand die richtigen Tempi und das richtige Metrum in der Gestaltung des Werkes, in welchem Mozart sowohl den kontrapunktischen Stil eines Johann Sebastian Bach als auch den italienischen Einfluss verarbeitet hat.

Mehrere achtstimmige Doppelchöre wie etwa bei der Doppelfuge des "Osianna" und fünfstimmige Sätze gelangen ebenso in einem harmonischen Gesamtklang wie dynamische Differenzierungen etwa am Ende des "Kyrie". Besonders die Soprane - strahlend im "Gloria" - sangen sicher und in der Höhe präsent, wenn auch im beginnenden "Kyrie" die Choreinsätze zunächst etwas zaghaft waren.

Das Kammerorchester Nota Cambiata zeigte bereits in den ersten fünf Takten der Orchestereinleitung des "Kyrie" sein Können, meisterte es doch die schwere Orchesterbegleitung im "Qui tollis" mit abwärts gehender Chromatik und die Modulation von g-Moll nach Es-Dur ebenso bravourös, wie es ein zuverlässiger Partner der Solisten war. Sowohl Streicher - beim "Laudamus" klangschön - als auch Bläser beherrschten ihren Part souverän. Ein gut aufeinander abgestimmtes Solistenquartett mit Gundula Peyerl (Sopran), Sibylle Kamphues (Mezzo), Hans-Jörg Mammel (Tenor) und Christian Hilz (Bass-Bariton) trug wesentlich zum Erfolg bei.

Im Terzett des "Quoniam" der beiden Soprane und des Tenors mit Oboe und Fagott oder beim Duett "Domine Deus" verschmolzen die Stimmen zu einem runden Klang. Die Sopranistin Gundula Peyerl konnte in verschiedenen Teilen wie dem "Christe" oder beim "Laudamus te" und "Et incarnatus" einen schlanken Ton und geschmeidige Koloraturen zeigen. Lange ausgehaltene Töne und Töne im Bereich des zweigestrichenen F gerieten jedoch manchmal etwas zu tief, während die Spitzenlagen eines hohen H brillierten. Mozarts Grabmusik, KV 42, für zwei Solostimmen, die den Engel und die Seele verkörperten, mit Rezitativen und Arien und einem Abschlusschor war das erste Stück des Abends gewesen.

Die Arie "Betracht dies Herz", gesungen von Gundula Peyerl, geriet zum musikalischen Höhepunkt des Konzerts, für das es am Ende viel Beifall in der Stiftskirche gab.

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