Wie mariniert man Fleisch am besten?
 
DÄN KLEIN: Wenn man richtig gutes Fleisch hat, sollte man es ohne Marinade grillen. Rindfleisch beispielsweise würde ich nicht marinieren. Die angerührte Marinade sollte man vorab auf jeden Fall probieren bevor man sie über das Fleisch gibt - und nicht einfach irgendwas zusammenschütten. Hilfreich ist ein Vakuumierer, denn wenn das Fleisch in einer abgeschlossenen Hülle ist, zieht die Marinade besser ein. Das geht am besten über Nacht. Wichtig: Vor dem Grillen die Marinade mit einem Blatt Küchenpapier wieder abwischen, denn zu diesem Zeitpunkt sie hat ihren Zweck bereits erfüllt. Das Öl aus der Marinade tropft sonst in die Glut und verbrennt bloß. Fleisch, das schon in Scheiben geschnitten ist, nimmt die Marinade schneller auf - Hühnchen mit Haut braucht deutlich länger. Man sollte auch darauf achten, welche Kräuter zu welchem Fleisch schmecken: Majoran passt gut zu Schwein, Rosmarin zu Rind und Lamm.
 
Was sind denn die größten Fehler beim Grillen?
 
KLEIN: Man kann vieles falsch machen, beispielsweise Flüßigkeiten wie Bier über das Fleisch gießen. Das ist sinnlos, weil so nur Asche aus der Glut hochgeschleudert wird, die dann am Fleisch klebt. Auch die Wurst mitten auf den Rost zu legen, ist nicht gut, weil sie schenll verbrennt. Besser ist, sie an der Seite vom Grillrost zu erwärmen und dann in die Mitte zu legen, damit sie Farbe und Röstaromen bekommt. Viele schütten auch Benzin oder andere Anzündhilfen über die Kohle. Ich empfehle hingegen einen Anzündkamin, mit dem man die Holzkohle heiß macht. So bekommt man in 20 Minuten perfekte Kohle und muss nicht umständlich mit einem Blasebalg pusten. 
 
Wie bleibt das Fleisch saftig?
 
KLEIN: Ich benutze dafür immer ein Thermometer, das mir zeigt, wie warm es im Inneren des Fleisches ist. So kann ich den Grillvorgang gut kontrollieren. Saftig bleibt das Fleisch auch, wenn man es indirekt, also nicht direkt über, sondern neben der Glut grillt. Der Vorteil dabei ist auch, dass nichts in die Glut tropft. Um indirekt und langsam mit konstanter Temperatur grillen zu können, braucht der Grill unbedingt einen Deckel. Für viele Grills gibt es auch Einlagen, die erleichtern das indirekte Grillen. Fleisch mit einem Fettrand oder Fettanteilen wie beim Schweinenacken werden saftiger - nach dem Grillen kann man das Fett dann immernoch wegschneiden. Damit das Fleisch nicht trocken wird empfehle ich auch dicke Scheiben auf den Grill zu legen und diese erst beim Servieren in kleine Scheiben zu schneiden. Damit Fisch nicht trocken wird kann man ihn auf einer Planke aus Zedernholz grillen. Diese wird vorher gewässert und sorgt dafür, dass der Fisch saftig bleibt - aber das ist schon eher was für erfahrene Griller.

Welcher Grill eignet sich für welches Fleisch oder Gemüse?

Es gibt keinen perfekten Grill für das perfekte Fleisch. Wie schon gesagt sollte aber jeder Grill einen Deckel haben. Auch wenn man unterwegs ist und bei einem Ausflug grillt, empfehle ich lieber einen kleinen Kugelgrill mitzunehmen, als offene Einmalgrills. Es gibt Grillwannen mit Deckel, auf deren Rost man auch eine Pfanne zum Erwärmen von Nüssen oder einen Wog stellen kann. Ein Keramikgrill hält gut die Temperatur. Damit Gemüse nicht trocken wird kann man es zunächst in Scheiben angrillen und dann in Speck wickeln. Gurken empfehle ich nicht, aber Paprika, Zucchini oder Auberginen gehen gut. Für Tomaten braucht man schon etwas mehr Übung, damit sie nicht verbrennen. Sind sie mehrere Stunden indirekt gezogen, bekommen sie ein besonderes Aroma.

Was können Anfänger als Nachtisch grillen?

Ganz einfach sind gegrillte Ananasscheiben mit einem geschmolzenen Schokoriegel.