Göppingen / Margit Haas Inklusionsfirma „pro move“ der Lebenshilfe beschriftet aber weiterhin per Laser in Heiningen.

Der Einzelhandel macht dicht – die Produktion geht weiter: pro move wird in Heiningen weiter beschriften, seinen Standort in Göppingen aber aufgeben.

Als sich Thomas Haller vor gut drei Jahren entschloss, seine von seinem Großvater 1923 gegründete Gravieranstalt aus Altersgründen aufzugeben, war er glücklich, für das Traditionsunternehmen mit der Inklusionsfirma pro move einen kompetenten Nachfolger gefunden zu haben. pro move ist ein Unternehmen der Lebenshilfe Göppingen. Hier arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Markus Vogel, Geschäftsführer von pro move, zeigte sich damals sicher, dass das Unternehmen erfolgreich weitergeführt werden kann.

Einzelhandel in Göppingen schwächelt

Nach drei Jahren zeigt sich nun, dass dies bedingt richtig ist. Während die industriellen Laserbeschriftungen bei Unternehmen der Region stark nachgefragt sind und pro move ein wichtiger Partner für die Betriebe ist, schwächelt der Einzelhandel in der Göppinger Innenstadt. In das Geschäft an der Kirchstraße waren immer weniger Kunden gekommen, die einen Pokal oder Geschenkartikel nachfragten. „Auch die Vereine bestellen heute im Internet“, wissen Markus Vogel und seine Mitarbeiterin Carina Bonuso. Um Kosten zu sparen, waren zunächst die Öffnungszeiten reduziert worden.

„Auf Ende März müssen wir aber endgültig schließen“, bedauern beide. Mit dem Beschriften oder Gravieren von Pokalen oder Geschenken wird aber nicht Schluss sein. „Carina Bonuso wird in unseren Geschäftsräumen in Heiningen unsere Kunden weiterhin beraten und die Ausführung mit unserer Fertigung abstimmen“, bekräftigt Markus Vogel. Kunden, so betont der Geschäftsführer, können also auch in Zukunft aus einem gewöhnlichen Gegenstand ein besonderes Geschenk werden lassen.

Lebenshilfe nutzt Räume weiter

Die seitherigen Verkaufsräume in der Kirchstraße wird die Lebenshilfe weiter nutzen. „Unser bisheriger Standort „komm.rein“ in der Freihofstraße als niederschwellige Anlaufstelle für Klientinnen und Klienten aus unserem Ambulant Betreuten Wohnen (ABW) wird aufgegeben. Die Räumlichkeiten sind aufgrund gestiegener Klientenzahlen zu klein geworden“, teilt der Geschäftsführer der Kreisvereinigung der Lebenshilfe, Uwe Hartmann, mit. „Die neuen Räumlichkeiten bieten für uns weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Sie werden barrierefrei gestaltet, so dass auch Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderungen das ABW in Anspruch nehmen können.“ Und: „Wir bieten dort bessere Arbeitsbedingungen für die gestiegene Anzahl von Mitarbeitern. Voraussichtlich ab Juli 2019 werden wir in den neuen Räumen durchstarten.“

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