Göppingen Gravieranstalt Haller verabschiedet sich

Thomas Haller von der Gravieranstalt Haller in der Göppinger Kirchstraße hat keinen Nachfolger für sein Geschäft gefunden.
Thomas Haller von der Gravieranstalt Haller in der Göppinger Kirchstraße hat keinen Nachfolger für sein Geschäft gefunden. © Foto: Staufenpress
MARGIT HAAS 18.11.2015
Wieder schließt ein Traditionsgeschäft in der Göppinger Innenstadt. Thomas Haller von der Gravieranstalt Haller in der Kirchstraße hat keinen Nachfolger für sein Geschäft gefunden. Am 23. Dezember ist Schluss.

Pokale in allen Ausführungen, Geschenkartikel und sehr viel Zinn für jeden Geschmack - in der Gravieranstalt Haller in der Göppinger Kirchstraße haben Kunden in den vergangenen über 90 Jahren reiche Auswahl gehabt. Damit wird am 23. Dezember Schluss sein. Thomas Haller hat für sein Geschäft keinen Nachfolger gefunden, "meine Kinder haben sich beruflich anders orientiert". Und so wird wieder ein Traditionsgeschäft schließen und sich der Leerstand von Geschäften in der Göppinger Innenstadt weiter erhöhen.

Der Großvater von Thomas Haller hatte die Gravieranstalt 1923 gegründet und war mit seinem Geschäft vor dem Zweiten Weltkrieg in die Kirchstraße gezogen. "Während des Krieges wurden Teile für Fahrgestelle von Flugzeugen in der Werkstatt im Hof produziert", weiß Thomas Haller aus den Erzählungen seines Vaters und Großvaters. In den vergangenen Jahrzehnten "haben wir alle unsere Artikel nach den Wünschen personalisiert, graviert oder mit Widmungstexten versehen", so Haller, der das Geschäft 30 Jahre lang führte. Vor zehn Jahren noch hatte er eine Werkstatt in der Dieselstraße eröffnet, hatte dort in erster Linie Aufträge aus der Industrie gefertigt - "alles, was mit Beschriftung zu tun hat". Im Stammgeschäft in der Innenstadt gingen die Geschäfte freilich immer schlechter. Der Stahlgraviermeister berichtet von einem Einschnitt seit dem Bau der "Neuen Mitte".

Haller beschäftigt bislang zwei Verkäuferinnen. "Wir sind auf Jobsuche", sagen Martina Frech und Petra Haas. "Es ist sehr schade, dass hier Schluss ist", bedauert Letztere und fügt hinzu: "Ich habe immer gerne hier gearbeitet. Es war wie meine zweite Familie."