Gerade saß Katrin Abele als Susanne von Welden noch fröhlich winkend neben ihrem Grafen Haug Erkinger. Kurze Zeit später war die 26-Jährige kaum wieder zu erkennen. Sägespäne und Federn klebten in ihrem mit Honig beschmierten Gesicht. Genau wie ihre Vorgängerin Jessica Matschi im vergangenen Jahr musste die aktuelle Gräfin der Narrenzunft Furchenrutscher erst einmal die Mitgliedertaufe hinter sich bringen, bevor die Fasnetzeit beginnen konnte. Viele Zuschauer erlebten das Spektakel am Mittwochvormittag auf dem Kirchplatz.

„Dass wir auch diese Gräfin erst einmal taufen müssen, ist reiner Zufall“, sagte Michael Schilling. Der Vizepräsident der Narrenzunft ist einfach froh, dass wieder rechtzeitig ein Grafenpaar gefunden wurde. Katrin Abele habe man zwar überreden müssen, „aber jetzt freue ich mich sehr auf die Umzüge und Auftritte“, gab die Landschaftsgärtnerin zu. Steffen Stadlmann ist für diese Saison der Graf Haug Erkinger. Der 25-Jährige feiert seit zehn Jahren mit den Furchenrutschern.

Ihre erste Amtshandlung ging ohne Probleme über die Bühne. Mehr noch, Michael Schilling zeigte sich sogar positiv überrascht, als das Grafenpaar auf der riesigen Waage von Bonbons aufgewogen werden sollte. „Habt ihr über Nacht abgenommen?“, wunderte sich der Moderator. Statt der bereit liegenden 185 Kilo Naschwerk brauchte es nur 168 Kilo, um Abele und Stadlmann in die Luft zu heben. Umso mehr Gummibärchen und Bonbons flogen dann in die Menge.

Die örtliche Guggenkapelle Rommdreibr begleitete die Jagd nach Zuckerwerk mit fröhlichen Rhythmen. „Endlich beginnt die Fasnetzeit“, sagte Dirigent Sven Bandowski. Zweimal die Woche würden die Musiker üben. Dazu kommt noch ein Probenwochenende. Die Truppe erkennt man an ihrem „China-Dragon-Kostüm“.

Ins Hexen-Häs der Furchenrutscher wollten neben Katrin Abele auch Marie Heilig und Mark Huschka schlüpfen. Dazu mussten sie erst die Narrentaufe mit Honig, Sägespänen und Federn bestehen und sich zu einem menschlichen Knoten verbiegen. Dann waren sie Hexen. Michael Schilling lud die Zuschauer noch zum Narrensprung am 24. Januar und zum Rathaussturm am 4. Februar ein.