Umbau Göppinger Tierpark bekommt neue Gehege

Auch die Flamingos im Göppinger Tierpark sollen nun endlich ein größeres Gehege bekommen. Der lange angepeilte Umbau des Mini-Zoos kann beginnen. Die Genehmigungen liegen vor.
Auch die Flamingos im Göppinger Tierpark sollen nun endlich ein größeres Gehege bekommen. Der lange angepeilte Umbau des Mini-Zoos kann beginnen. Die Genehmigungen liegen vor. © Foto: Margit Haas
Göppingen / Margit Haas 29.08.2018
„Der kleine Tierpark“ in Göppingen wird sein Gesicht verändern. In den kommenden Monaten werden neue Gehege gebaut. Ein Kraftakt für den gemeinnützigen Trägerverein.

Julius und Maxi nähern sich ganz vorsichtig dem Dromedar Sultan und füttern es. „Die Vögel dürfen wir nicht füttern. Die bekommen sonst ganz doll Bauchweh“, erklärt dagegen die Mutter ihren beiden Kindern an der großen Voliere. Ein kleines Kaninchen wiederum freut sich über ein Stück Karotte.

Im Göppinger Tierpark ist an diesem etwas kühleren Sommertag viel los. Nicht nur kleine und große Besucher sind unterwegs. Auch Dario Lisic ist fleißig. Seit 30 Jahren engagiert er sich ehrenamtlich im Tierpark und ist gerade dabei, ein kleines Mäuerchen am weitläufigen Ziegengehege zu verputzen.

In den kommenden Monaten wird noch viel Arbeit auf ihn zukommen. Denn nachdem nach jahrelangem Rechtsstreit, Genehmigungsverfahren und dem damit verbundenen Stillstand nun die bau- und zoorechtlichen Genehmigungen für den Betrieb des Tierparks vorliegen, kann Heiko Eger Handwerker beauftragen und freut sich, „dass die Illegalität beendet ist“. Zwar weiß er, dass eine Anliegerin weiter versucht, die Umgestaltung der Anlage und ihren generellen Betrieb zu verhindern. Dank der vorliegenden Genehmigungen und eines gültigen Bebauungsplanes könne er jetzt aber notwendige Bauarbeiten in Auftrag geben, sagt der Leiter des Tierparks. Allerdings ärgert er sich ein bisschen. „Vor dem 27. Juni konnten wir wegen der Nachbarin nicht beginnen, und jetzt wurden uns ganz enge Fristen gesetzt.“

Vor dem Ende der Brut- und Vegetationsperiode könne aber nicht gerodet werden. Und während der Sommerferien sei es praktisch nicht möglich, von Handwerkern Angebote zu bekommen. Eine große Sichtschutzwand zur Schickhardtstraße hin wurde indes bereits realisiert, jetzt wird ihr noch eine Lärmschutzwand vorgestellt.

Eger blickt in den großen Lageplan, der Aufschluss über den Bestand und die geplanten und genehmigten Veränderungen gibt. Demnach werden die Emus und Kängurus einen neuen Stall erhalten, wird der Teich für die Flamingos und ihr Stall ebenso vergrößert werden wie der der Kapuzineräffchen.

Der Tierpark wird einen barrierefreien Zugang erhalten, und auch die Anlieferung wird künftig anders organisiert. „Wir wollen langfristig das gesamte Gelände optimal ausnutzen“, betont Eger. Derzeit seien es etwa 270 Tiere – „vom Mäusle bis zum Dromedar“ – die den kleinen Zoo bevölkern. Fische gehören ebenso dazu wie Reptilien, Stachelschweine oder Schlangen.

Zunächst wird der gemeinnützige Verein rund 100.000 Euro investieren. „Wir haben Rücklagen gebildet und freuen uns über die Unterstützung von zahlreichen Firmen“, betont Eger. Trotzdem bleiben die Investitionen ein Kraftakt. „Wir haben jeden Monat laufende Kosten von etwa 10.000 Euro.“ Deshalb war er im Frühjahr auch froh, dass das undichte Dach der in den Dreißigerjahren erbauten kleinen Gaststätte mit der großen Unterstützung des „Fördervereins Paradies“ schnell und unkompliziert neu eingedeckt werden konnte. Dessen Mitglieder treffen sich auch immer wieder zu Arbeitseinsätzen im Tierpark.

Julius und Maxi indes freuen sich, dass sie die Tiere hautnah erleben können. So wurde der Besuch bei der Oma zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Info Der „Kleine Tierpark Göppingen“ ist täglich von zehn bis 19 Uhr geöffnet.

Der Umbau kann losgehen

Tiere „Die Zoogenehmigung wurde erteilt“, teilt Julia Schmalenberger, Pressesprecherin des Göppinger Landratsamtes, mit. Sie werde nach dem Ende der Bauarbeiten „noch einmal von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes überprüft werden“.

Gebäude Der Umbau kann beginnen. „Sowohl die Baugenehmigung als auch die Baufreigabe sind erteilt worden. Durch Nebenbestimmungen in der Baugenehmigung wird sichergestellt, dass die Festsetzungen des Bebauungsplanes erfüllt werden“, betont Dejan Birk-Mrkaja, der Pressesprecher der Stadt Göppingen.

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