Ehrenamt Göppinger Technikforum am Scheideweg

Christopher Goelz: Existenz des Technikforums in Gefahr.
Christopher Goelz: Existenz des Technikforums in Gefahr. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / Arnd Woletz 30.11.2017
Sollte die Idee eines Industriemuseum scheitern, sieht der Vorsitzende des Göppinger Technikforums die Existenz der 36 Jahre alten Initiative in Gefahr.

Es war  im Jahr 1982, als das Göppinger Technikforum gegründet wurde. Bereits vier Jahre zuvor gab es die vom damaligen OB Dr. Herbert König angestoßene Initiative „Technisches Landesmuseum“. Anlass war damals der Versuch, dieses Museum unter den Hohenstaufen zu holen. Das blieb letztlich erfolglos, das Museum ging nach Mannheim. Dennoch entschied man sich in der Hohenstaufenstadt mit ihrer reichen Industriegeschichte, mit dem  Technikforum das Ziel eines eigenen Industriemuseums weiter zu verfolgen.

35 Jahre sind seither vergangen. Die Ziele haben sich vermehrt. Mit einem abwechslungsreichen Programm aus Vorträgen und Exkursionen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten hat das Technikforum  Anerkennung eingefahren. Der Aufbau einer Sammlung historischer Maschinen, die die Göppinger Industriegeschichte lebendig werden lassen, hat für Aufsehen gesorgt. Die Technik-Veteranen stehen in den ehemaligen Garagen der Firma Boehringer.

Die Zukunft des Technikforums sei eng damit verknüpft, sagt Christopher Goelz, der seit Jahren als Vorsitzender die Initiative leitet. Denn inzwischen ist auch das Technikforum in einer schwierigen Situation: Mitglieder und Vorstand seien überaltert, sagt Christopher Goelz. Das Technikforum steht am Scheideweg. Wohin die Reise geht, hänge stark mit der Idee eines Museums für Industriekultur zusammen. Seit Jahren kämpfen er und einige weitere Mitglieder um eine bessere Präsentation und eine Art Erlebniswelt, einer „Handwerkergasse“, die das industrielle Erbe der Stadt beleuchtet – und dabei von den künftigen Besucherströmen des in nächster Nähe entstehenden „Märklineums“ profitieren könnte. Deshalb ist die alte Boehringer-Gießerei der Standort der Wahl. Doch bisher blieb es beim Wunschtraum. Im Rathaus und in der Businesspark-Gesellschaft stößt Golez auf wenig Gegenliebe. Jetzt will er eine SPD-Veranstaltung nutzen, um die Idee einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Beim Bürgergespräch am Montag, 4. Dezember, geht es um die Zukunft des Boehringer-Areals. Dabei wird Goelz das Konzept und die dazu erarbeiteten Skizzen präsentieren. „Die Alte Gießerei ist die letzte Chance für das Industriemuseum“, glaubt Goelz. Das gilt auch für das Technikforum. Ohne diesen Erfolg werde der unumgängliche  Generationenwechsel nicht gelingen, glaubt Goelz.

Dabei stellt der Vorsitzende klar, dass das Technikforum nie und nimmer der Betreiber einer solchen Einrichtung sein könnte. Seine Rolle beschränke sich darauf, Anstoßer zu sein, die möglichen Partner einer Betreibergesellschaft an einen Tisch zu bringen. Ein Finanzierungskonzept gebe es noch nicht, räumt Goelz ein. Vieles hänge davon ab, zu welchen Bedingungen die Gießerei zu haben wäre. Er hoffe noch immer auf die traditionsreichen Göppinger Wirtschaftsunternehmen, die Patenschaften für einzelne Gebäude der Handwerkergasse übernehmen könnten.

Goelz nennt das Tauziehen um  das Museum „ein letztes Aufbäumen, um die Ursprungsidee des Technikforums zu verwirklichen. Sonst geht bei mir die Motivation verloren.“

Info Die SPD-Veranstaltung zur Zukunft des Boehringer-Areals beginnt am Montag, 4. Dezember, um 19 Uhr im Großen Saal des Göppinger Rathauses