300 Meter Schläuche müssen die Helfer um Ingo Miede und Michael Böhringer vom 1. Göppinger Sportverein jedes Mal auslegen, um ihren Fußballplatz zu bewässern. Damit der Rasen spielfähig und in Schuss bleibt, sind zehn der derzeit rund 700 GSV-Mitglieder immer wieder bis in die späten Abendstunden hinein beschäftigt. Nicht mehr lange: Noch in diesem Monat geht die vollautomatische Beregnungsanlage in Betrieb.

„Das war den ehrenamtlichen Helfern auf Dauer nicht mehr zumutbar“, sagt der Vorsitzende Wolfgang Brunner – zumal die sechs Sprinkler den Rasen nur „notdürftig befeuchten“, ergänzt sein Vize Karl Vaihinger. „Mit der neuen Beregnungsanlage bringen wir das Stadion nun in einen oberliga-tauglichen Zustand“, betont er. Schließlich empfängt der GSV dort die Stuttgarter Kickers und andere Klubs mit großem Namen.

Beregnungsanlage funktioniert auf Wunsch auch automatisch

Schon seit Februar laufen die Bauarbeiten an der Hohenstaufenstraße. Insgesamt 560 Meter Gräben wurden für die neue Anlage ausgehoben, um 540 Meter an Rohren und weitere 1500 Meter Steuerungsleitung zu verlegen. Denn die neue Beregnungsanlage funktioniert auf Wunsch vollautomatisch und versorgt den empfindlichen Stadion-Rasen über fünf Vollkreis- und 14 Teilkreis-Sprenkler mit exakt der Menge an Wasser, die er braucht – ein Traum für jeden Hobby-Gärtner, sozusagen. Allerdings wird die Grasnarbe rund ums Eigenheim in der Regel auch nicht ständig mit Stollenschuhen malträtiert, anders als beim GSV-Stadion und dem dazugehörigen Trainingsplatz, der ebenfalls beregnet wird.

Echte grüne Halme statt Kunstrasenplatz

Ein Kunstrasenplatz war nie ein Thema. Und die Ankündigung des Landes, die Förderung dafür einzustellen, bestätigt den Vorstand im Nachhinein. Damit nun für die echten grünen Halme auch genügend Wasser durch die Rohre schießt, ließ der Verein extra den Druck erhöhen. 55 000 Euro netto muss er für die Beregnungsanlage bezahlen, noch einmal die gleiche Summe  trägt die Stadt.

Unter der Erde liegen auch schon die ebenso verlegten Leerrohre bereit, durch die später die Stromkabel für die neue Flutlichtanlage führen, die nächstes Jahr kommen soll –  rechtzeitig zum 125. Jubiläum des Göppinger Sportvereins, der 1895 gegründet wurde. Wo genau die Masten stehen werden, ist noch nicht klar; jeweils drei an den Seitenlinien oder einer in jeder Ecke, von denen zwei auch den Trainingsplatz beleuchten könnten: Der Verein prüft zusammen mit dem Amt für Umweltschutz und Grünordnung der Stadt verschiedene Varianten. Sicher ist aber, dass energiesparende LED-Technik zum Einsatz kommen wird.

Weitere Kosten und Arbeiten

Im selben Zug erhält das geschotterte Vorfeld an der südlichen Seite einen besser begehbaren Belag. Zusammen mit der Flutlichtanlage belaufen sich die Kosten hierfür auf rund 180 000 Euro ohne Mehrwertsteuer, von denen die Stadt 106 000 Euro zuschießt. Der Ausschuss für Umwelt und Technik hatte am 4. April einem Realisierungskonzept zugestimmt, das darüber hinaus aus Sicherheitsgründen einen weiteren Eingang im Nordosten und einen umzäunten Gästeblock vorsieht (Kosten: 50 000 Euro) sowie ab 2023 eine Erneuerung der verwitterten Stehstufen an der Westachse (265 000 Euro) und einen Ausbau der Stellplätze einschließlich der Erschließungsstraße (320 000 Euro).

Jetzt freut sich der Vereinsvorstand aber erst einmal auf die neue Beregnungsanlage.

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Im Stadion geht es Schritt für Schritt


Aufstieg Der GSV spielte 2007 noch in der  Bezirksliga, doch spätestens der Aufstieg in die Verbandsliga machte im Umfeld Anpassungen in der Infrastruktur notwendig. Zusammen mit der Stadt erarbeitete der Verein ein Konzept.

Alles begann 2011 mit dem Kassenhäuschen und dem Stadionvorplatz, gefolgt von einem Freundeskreiszelt 2012, dem Neubau des Vereinsheims „Platzhirsch” 2014, dem Kauf und Umbau der benachbarten Tennishalle in eine Soccer Hall 2015, dem Neubau der Tribüne 2017 sowie der Sanierung der Umkleiden, Einbau von Jugendkabinen und Geschäftszimmer 2018.