Spendenaktion Göppinger Statement zum Krieg in der Kunst

„Wir sind auf einem guten Weg.“ Veronika Adam und Dr. Kai Bleifuß vom Vorstand des Kunstvereins Göppingen zogen eine positive Zwischenbilanz  ihrer Spendenaktion zum Kauf von Nasan Turs Großplastik „Schalung“ im Oberhofenpark.
„Wir sind auf einem guten Weg.“ Veronika Adam und Dr. Kai Bleifuß vom Vorstand des Kunstvereins Göppingen zogen eine positive Zwischenbilanz  ihrer Spendenaktion zum Kauf von Nasan Turs Großplastik „Schalung“ im Oberhofenpark. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Marcus Zecha 19.09.2018
26.000 Euro hat der Kunstverein Göppingen für Nasan Turs Installation „Schalung“ gesammelt. Noch fehlen 14.000 Euro.

Mehr als 26.000 Euro an Spendengeldern hat der Kunstverein Göppingen inzwischen für die Installation „Schalung“ von Nasan Tur im Oberhofenpark gesammelt – eingerechnet einige Geldzusagen, die an den Erwerb des Kunstwerks geknüpft sind.

Seit Mai haben viele Bürger ihr Portemonnaie geöffnet und sich durch einen Beitrag für die Erhaltung des Kunstwerks im Oberhofenpark eingesetzt. 40.000 Euro werden insgesamt benötigt, noch fehlen also 14.000 Euro. Jetzt soll das Projekt noch einmal zusätzlichen Auftrieb erhalten – durch die morgige Lesung des mehrfach ausgezeichneten Schriftstellers Markus Orths in Göppingen.

Orths liest am Donnerstag ab 18.30 Uhr in der Göppinger Oberhofenkirche aus seinem Buch „Max“. In dem Roman über den surrealistischen Künstler Max Ernst entwirft er ein weites Panorama des 20. Jahrhunderts. Diktatur und Krieg sowie die Auseinandersetzung der Kunst (hier im ablehnenden Sinn) spielen bei Orths wie auch bei Nasan Tur eine große Rolle. Womit der thematische Bogen zur Spendenaktion geschlagen wäre.

Markus Orths’ Roman „Max“ eigne sich perfekt für eine Veranstaltung im Umfeld von Nasan Turs Werk, betont Dr. Kai Bleifuß vom Vorstand des Kunstvereins. Nasan Turs Kunstwerk stelle eine Antwort auf das 1939 entstandene Kriegerdenkmal von Fritz Nuss mit den beiden Soldaten im Park dar. Zusammen bilden die beiden Kunstwerke ein durch Infotafeln historisch eingebettetes Ensemble. Auch Max Ernsts Leben war „von zwei Weltkriegen, von Flucht und Exil geprägt; ein Umstand, der im Roman auf eindrücklich-dramatische Weise zur Geltung kommt“, so Bleifuß.

Dieser inhaltlichen Verbindung entsprechend soll der Abend zunächst mit einem kleinen Vortrag der Kunstvereinsvorsitzenden Veronika Adam vor der „Schalung“ eingeleitet werden, bevor alle Beteiligten zur Lesung in die Oberhofenkirche weiterziehen.

Als Eintritt wünscht sich der Kunstverein einen Spendenbeitrag, dessen Höhe von den Besuchern individuell bestimmt werden kann. Übersteigen die Einnahmen des Abends die Ausgaben, fließt der Gewinn dem Erhalt des Kunstwerks zu.

Markus Orths’ Durchbruch mit dem Roman „Lehrerzimmer“

Biografie: Markus Orths wurde 1969 geboren und studierte Philosophie, Romanistik und Anglistik in Freiburg. Nach dem Studium war er als Studienreferendar für Englisch und Französisch am Thomas-Mann-Gymnasium in Stutensee, später als Lehrer am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Göppingen tätig. Schon zwei Jahre vor dem Erfolg seines polarisierenden Romans „Lehrerzimmer“ widmete er sich dem Schreiben von Romanen und Erzählungen. 2005 erschien der auf einem historischen Stoff basierende Roman „Catalina“. Orths, der auch Hörspiele und Kinderbücher schreibt, lebt als Autor mit Frau und drei Kindern in Karlsruhe. Sein Werk wurde in 18 Sprachen übersetzt, der Roman „Das Zimmermädchen“ von Ingo Haeb verfilmt; im Mai 2015 kam der Film mit  dem Titel „Das Zimmermädchen Lynn“ ins Kino. Orths erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem im Jahr 2000 den Moerser Literaturpreis, 2006 den Sir Walter Scott-Preis, 2008 den Telekom-Austria-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Preis, 2011 den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar für „Die Tarnkappe“ und 2015 den Deutschen Science Fiction Preis.

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