Rund 2500 Fußballbegeisterte strömten am Sonntag in die Arena, die seit Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts keinen Oberliga-Fußball mehr gesehen hat. Als kurz vor dem Anpfiff am Nachmittag noch lange Menschenschlangen geduldig fürs begehrte Ticket anstanden, strahlte Wolfgang Brunner am Kassenhäuschen schon mit der Sonne um die Wette, eine Ordner-Binde zierte seinen linken Oberarm. „Ich bin hier eingeteilt worden“, konnte sich der langjährige Vorsitzende des Sportvereins, der einst selbst die Kickstiefel für die Rot-Schwarzen geschnürt hat, ein Schmunzeln nicht verkneifen, „wir haben eine super Kulisse und ich freue mich über diese Unterstützung für unsere Mannschaft.“

Eigentlich war für diesen Tag beim Ehepaar Brunner die Abfahrt in den Urlaub nach Südfrankreich angesetzt, stattdessen geht es nun wohl kommenden Sonntag in badische Gefilde – die Fahrt zum Rückspiel war gleich nach dem Schlusspfiff für viele Sportverein-Fans ein Thema. „Fahr’n wir nach Pforzheim, wir müssen doch Stimmung machen?“, lautete die oft gestellte Frage, der Göppinger Anhang sieht nach dem 1:0-Heimsieg die Tür zur Oberliga weit offen.

Die bestens gefüllte Haupttribüne, die in mehreren Reihen stehenden Zuschauer auf der Gegenseite und hinter den Toren, unter ihnen trotz des Maientag-Rummels auch Oberbürgermeister Guido Till, sahen starke, von Ex-Profis geführte Gäste, die aber letztlich immer wieder im starken SV-Torhüter Kevin Rombach ihren Meister fanden. „Die Null ist wichtig“, wusste nicht nur Wolfgang Brunner, sein Trainer Gianni Coveli war ebenfalls im Glück. „Ich bin mehr als zufrieden, ja, ich bin sehr, sehr glücklich darüber, dass wir gewonnen und zu Null gespielt haben“, fasste der 44-Jährige die 90 Minuten zusammen, nachdem er nach dem Schlusspfiff seinen Co-Trainer geherzt und die Spieler abgeklatscht hatte, ehe ihn sein Töchterchen für sich beanspruchte.

Währenddessen ließen sich seine Jungs von ihren begeisterten Fans feiern. Sie hatten dem Favoriten leidenschaftlich Paroli geboten und mit zunehmender Spielzeit ihren zunächst großen Respekt vor der namhaften und viel teureren Mannschaft abgelegt, ehe Coskun Isci gar mit dem „lucky punch“, so Gianni Coveli, das Stadion in eine Jubelstätte verwandelte. „Wir wollen aufsteigen“, teilte CfR-Trainer Eberhard Carl nach der Niederlage seiner Elf unmissverständlich mit, „und wir erwarten eine Rekordkulisse.“ Mindestens 3000 Zuschauer sollen es werden – es könnten nach dieser Steilvorlage ihrer Mannschaft auch viele Göppinger Fans beim zweiten heißen Tanz um den Aufstieg dabei sein.