Familie Kunzmann steuert die untere Marktstraße an, genauer gesagt, wollen sie ihrer Tochter „die Flötentöne“ beibringen. Klingt schlimmer als es ist, Melissa selbst zieht es zu dem Querflöten-Ensemble. „Ich will mir ein Bild davon machen“, verrät die 13-jährige aus Gingen mit Affinität zu diesen Holzblasinstrumenten und erklärt: „Die Querflöte ist vielseitiger, im Unterschied zur Blockflöte wird die auch im Jazz und in der Rockmusik eingesetzt“.

Die Innenstadt ist voll, Parkplätze sind Mangelware. Einkaufen und danach dem Folklore- und Musikprogramm der rund 1000 Schülerinnen und Schüler der Städtischen Jugendmusikschule Göppingen einen Besuch abstatten – oder umgekehrt. Die Stationen mit den einzelnen Aufführungen sind auf fünf öffentliche Plätze verteilt.  „Es ist hilfreich, sich vorher einen Plan zu machen“, verrät das Ehepaar Seifried.

Klassiker von Abba und Whitney Houston

Ihr nächstes Ziel – der Spitalplatz. Dort wollen sie den Gitarristen, Trompetern und dem Blechbläserensemble Gesellschaft leisten. „One Moment in Time“ und „Thank you for the Music“, Marianna Klopfer haut beide Klassiker von Whitney Houston und Abba raus, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Keine Musik vom Band wie bei der Popularmusik, die 20-Jährige Musikschülerin singt live und wird dabei von ihrer Gesangslehrerin auf dem E-Piano begleitet. „Was lebendiges, jeder traut sich das Beste zu geben“, erklärt Stefanie Schwarz und nennt drei wichtige Attribute: „Beibringen, Hinstehen, Zeigen“.

Mit Begeisterung motiviert die Pädagogin ihre Schülerin und verrät: „Wenn die Stimme gesund geführt wird, dann blüht sie wie eine Rose.“ Weitere Sängerinnen am Kornhausplatz waren unter anderem Vessna Münkle und die erst 16-Jährige Eloma Schürmer, die Aretha Franklin (Natural Woman) und Beyoncé (If i were a Boy) Konkurrenz machte. „War besser, als erhofft“, verrät Margret Gunkel über das „Nachwuchs-Streichorchester“ und ergänzt: „Nur wer übt, kann schneller gut spielen“.

Die meisten Besucher sind auf dem Marktplatz

Den größten Zulauf hatte natürlich der Marktplatz. Aus allen Richtungen hielten die meisten der Zuschauer sitzend wie stehend inne und staunten über die „Verrenkungen“ des „Tanzkraftwerks Flawless“. Gruppen wie die „Armenische Gemeinde Baden-Württemberg“, „Afrikanisches Trommeln mit Enyo Kelè“, „Flamenco mit Aires del Sur“, „Estudi Teresa Maria“, „KUD Croatia Filstal“ oder „Mary Dance Courage“ aus Italien, brachten mit viel Beifall dotiertes internationales Flair in die Stadt. Gleichfalls eine Bereicherung waren der „Integrationschor der VHS“ sowie die „Inklusive Musikwerkstatt der JMS“.

Dr. Hariolf Teufel, der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Göppingen,  zeigt sich von dem vielseitigen Programm fasziniert. Die KSK unterstützt seit 2014 mit je 5 Euro für jeden der circa 2000 Schüler das Event, für das die Zuschauer keinen Eintritt bezahlen müssen. „Kinder lernen da viel Disziplin und Gemeinschaft in der Gruppe zu musizieren“, so Teufel. Musikschulleiter Martin Gunkel verrät: „Alle sind sehr zufrieden über die große Publikum-Resonanz, auch die Catalanen der Partnermusikschule „Estudi Teresa Maria“ machten sich glücklich auf den Heimweg“.

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