Bei seiner Mitgliederversammlung verabschiedete der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen einstimmig einen "Göppinger Appell" zu Stuttgart 21. Darin nimmt der Kreisverband "mit großem Befremden" die von der Deutschen Bahn verkündete Kostenexplosion auf bis dato 6,8 Milliarden Euro zur Kenntnis, ebenso die Klageandrohung und Rechtsauffassung der DB, der zufolge das Land für alle Kostenerhöhungen anteilig zahlungspflichtig ist. Die Kreisgrünen bestärken die Landtagsfraktion der Grünen und die Landesregierung darin, im Landesinteresse keinesfalls mehr als die bisher zugesagten 931 Millionen Euro zu bezahlen. Weitere Zahlungen des Landes dürften nur geleistet werden, wenn die Bahn die Finanzierung von Stuttgart 21 inklusive aller Risiken sicherstelle. Angesichts vieler Aufgaben sei kein Geld da für überteuerte Prestigeprojekte. "Nach aktuellem Stand muss die DB für den Bau von S 21 sehenden Auges zwei Milliarden Euro Verlust schultern", was laut Deutscher Bahn um 77 Millionen Euro günstiger sei als auszusteigen. Der Kreisverband fordert die DB auf, stattdessen von realistischen Ausstiegskosten und realistischen Kostenrisiken auszugehen.