Neubau Göppinger „Rathaus II“: Kontroverse kurz vor Baustart

So sieht die überarbeitete Planung für das Verwaltungszentrum vom Bahnhofsplatz her aus. Über die Kosten wird weiter engagiert diskutiert.
So sieht die überarbeitete Planung für das Verwaltungszentrum vom Bahnhofsplatz her aus. Über die Kosten wird weiter engagiert diskutiert. © Foto: Büro Ackermann + Raff
Göppingen / Arnd Woletz 04.10.2017
Das neue Verwaltungszentrum der Stadt Göppingen soll wegen einiger Planänderungen teurer werden. Das gefällt einigen Gemeinderäten nicht.

Im nächsten Monat soll es los gehen: das Ausheben der Baugrube für das neue Verwaltungszentrum gleich am Göppinger Bahnhof – ein bei den Lokalpolitikern nicht unumstrittenes Projekt. Vor allem wegen der Kosten von 25 Millionen Euro hatten viele Stadträte stets gemahnt, der Kostenrahmen müsse unbedingt gehalten werden. Am 12. Oktober sollen sie nun kurz vor Baustart Mehrkosten von knapp einer halben Million Euro absegnen. In der Vorberatung im Ausschuss für Umwelt und Technik gab es deshalb viele Nachfragen und auch offene Kritik.

Den Löwenanteil der Kostensteigerung macht mit knapp 200.000 Euro der Einbau eines weiteren Oberlichts über der zentralen Treppenanlage aus. Dieses Oberlicht sei im Wettbewerbsentwurf enthalten gewesen, erklärte Hellmut Schiefer, Vertreter des Architektenbüros Ackermann + Raff, es musste im Laufe des Planungfortschritts zwischenzeitlich entfallen, sei nun aber wieder vorgesehen. Mit jeweils knapp 100.000 Euro schlagen der Einbruchschutz und die Zutrittskontrolle samt Sicherheitskonzept zu Buche. Außerdem sollen in den Flurbereichen hochwertigere Wände verwendet werden.

Die Änderungen wurden im Ausschuss grundsätzlich als wünschenswert erachtet. Es gab aber auch Kritik an der Bauverwaltung: „Eine Spirale, die sich Jahr für Jahr nach oben dreht“, befürchtete beispielsweise Dr. Emil Frick (Freie Wähler Göppingen). Er nannte es „eine Lücke in der Planung“, dass beispielsweise das Sicherheitskonzept nicht von vornherein vorgesehen war. Dem hielten Planer und Verwaltung entgegen, bei vergleichbaren Projekten, etwa dem neuen Technischen Rathaus in Tübingen, sei überhaupt kein Sicherheitskonzept gewünscht. Außerdem verwahrte sich die Stadt gegen den Vorwurf, der Öffentlichkeit „immer schäufelchenweise“ (Michael Freche, Lipi-Fraktion) schlechte Nachrichten zu präsentieren. Baubürgermeister Helmut Renftle konterte: „Wir streben maximale Transparenz an und nehmen Sie frühzeitig mit.“

Etwas teurer als erwartet wird auch der Rohbau: 4,95 statt 4,64 Millionen Euro. Die Arbeiten sollen an die Firma  Wolfer und Goe­bel vergeben werden, die derzeit an den „Apostelhöfen“ baut.

Wenn Mitarbeiter bedrängt werden

Problem Es häufen sich Vorfälle, in denen Verwaltungsmitarbeiter von unzufriedenen Bürgern über Gebühr bedrängt oder gar bedroht werden, schilderte Stadtrat Rudi Bauer, von Beruf  Polizeibeamter.

Konzept Mit dem nun vorgesehenen Sicherheitskonzept mit Fluchtmöglichkeiten versucht die Stadt den Spagat zwischen Mitarbeitersicherheit und Bürgernähe. Kamera­überwachung ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich.