Kreis Göppingen Nachtfahrverbot für Laster

Auch die besonders hoch belastete Ortsdurchfahrt Jebenhausen soll von 22 bis 6 Uhr für Lkw tabu sein.
Auch die besonders hoch belastete Ortsdurchfahrt Jebenhausen soll von 22 bis 6 Uhr für Lkw tabu sein. © Foto: Staufenpress
Kreis Göppingen / Annerose Fischer-Bucher 25.06.2018
Der Göppinger Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig einen Lärmaktionsplan beschlossen.

Die lärm- und abgasgeplagten Anwohner werden sich freuen, denn die besonders hoch belasteten Ortsdurchfahrten Jebenhausen und Faurndau (in Richtung Jebenhausen ab der Filsbrücke in Faurndau bis nach Jebenhausen) sollen nachts von 22 bis 6 Uhr für Lkw tabu sein. Das Verbot gilt nicht für Anlieger mit einer Ausnahmegenehmigung. Außerdem soll das Verbot in Jebenhausen erst dann greifen, wenn die Ortsumgehungsstraße in Angriff genommen wird. Bei der sofortigen Umsetzung des Verbots stünden keine Alternativen zur Verfügung, was zu einer Mehrbelastung anderer Ortsdurchfahrten führen würde. Dies hat der Göppinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Geplant und ursprünglich in der Vorlage enthalten war auch die Ortsdurchfahrt Holzheim, die Oberbürgermeister Guido Till jedoch vor der Sitzung von der Tagesordnung nehmen ließ. Seine Begründung: Die Firma Wackler habe eine Minderung des Verkehrs zugesagt und bei der ETG würden die Fahrzeuge ohnehin erst ab 5.30 Uhr fahren. Nun soll ein Jahr lang die Entwicklung beobachtet und dann berichtet werden.

Das Nachtfahrverbot für Lastwagen ist Teil einer Umgebungsrichtlinie der Europäischen Union, die Kommunen zur Erstellung von Lärmaktionsplänen verpflichtet. Die Stadt Göppingen hat auf eigene Kosten auch Kreis- und Gemeindestraßen mit mehr als 8200 Kraftfahrzeugen pro Tag in die Berechnungen aufgenommen. Der Aktionsplan sieht außer dem generellen Fahrverbot für Lkw auch Belag-Sanierungen zur Lärmminderung vor, Im Stadtgebiet wurden von 2015 bis 2017 bisher 4 Kilometer erneuert. Die Sanierungen sollen fortgeführt werden.

Außerdem soll ein städtisches Zuschuss-Programm für den Einbau von Schallschutzfenstern aufgelegt und die Intensität der Geschwindigkeitsüberwachungen erhöht werden. So werden in der Lorcherstraße als Sofortmaßnahme Geschwindigkeitsanzeigen installiert. Da der Straßenbauträger der Bund ist, geht ein Prüfauftrag an die Verkehrsschau zur Installierung einer Überwachungsanlage.

Kritik der IHK trägt im Fall Holzheim Früchte

Ablehnung: Die Bezirksversammlung der Göppinger IHK hatte sich vor der Gemeinderatssitzung, in der über den Lärmaktionsplan entschieden wurde,  mehrfach auch öffentlich gegen Durchfahrtsverbote in Göppingen ausgesprochen. Dabei sehen die Unternehmen alle Vorschläge, die keine oder nur geringe Eingriffe in den Verkehr bedeuten, positiv. Dazu gehörten Zuschussprogramme für Schallschutzfenster oder die Fahrbahndeckensanierung mit Flüsterasphalt, der bereits auf 26.000 Quadratmetern Straßenfläche eingebaut wurde. Durchfahrtsverbote aber stellten erhebliche Eingriffe in den Straßenverkehr und in die Betriebe dar, verursachten durch Umwege sogar deutlich mehr Umweltbelastungen sowie Kosten bei den Unternehmen und verlagerten letztlich den Lärm nur auf andere Straßen und damit Nachbarn, so die Meinung der IHK.

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