Das denkmalgeschützte Göppinger Schloss aus dem Jahr 1568 wird umfassend saniert: Dabei geht es um das in dem Gebäude untergebrachte Amtsgericht und dessen veränderte Sicherheitslage. 1,6 Millionen Euro nimmt das Land in die Hand, um öffentliche von nichtöffentlichen Bereichen zu trennen und bisher fehlende Flucht- und Rettungswege anzulegen. Das Schloss bekommt eine Eingangsschleuse und ein neues Brandschutzkonzept wird umgesetzt. Bis 26. Juli finden  nun keine Strafprozesse statt, die gesamte Sanierung soll sich bis März 2021 hinziehen.

„Die Räume des Amtsgerichts sind nicht mehr zeitgemäß“, bringt es Claus Schüßler, Leiter des landeseigenen Amts für Vermögen und Bau in Schwäbisch Gmünd, das für das Schloss zuständig ist, auf den Punkt. Er erläutert das für das Publikum wichtigste Thema: „Um die Zugänge des Gebäudes zuverlässig überwachen und den Zutritt kontrollieren zu können, wird die Wachtmeisterei in das Foyer des Treppenhauses im Erdgeschoss verlegt.“ Das bedeutet: Unbeobachtet kann niemand mehr das Amtsgericht betreten – etwas, das an den meisten anderen Gerichten in Deutschland längst Standard ist.

Zusätzlicher Sitzungssaal wird eingerichtet

Neben der Sicherheit ist der Brandschutz das größte Problem im Schloss. Deshalb wird hier am großen Rad gedreht. „Die Anforderungen an den Brandschutz und damit auch der Herstellung der Flucht und Rettungswege sind umfangreich und betreffen schlussendlich das ganze Schloss“, sagt Schüßler. „Die Änderungen sind so umfassend, dass zur baulichen Umsetzung ein Bauantrag und ein objektbezogenes Brandschutzkonzept aufgestellt wurden.“

Umstellung auf E-Akte

Im Zuge der Bauarbeiten werden auch Büros im ersten Stockwerk des Südflügels renoviert, zudem wird ein zusätzlicher Sitzungssaal eingerichtet. Da alle Arbeiten im laufenden Betrieb stattfinden, hat Schüßlers Behörde entsprechende Bauabschnitte festgelegt. Im ersten Bauabschnitt seien vor allem die von der Öffentlichkeit frequentierten Bereiche Haupttreppenhaus und Sitzungssäle im zweiten Geschoss betroffen. „Für die Arbeiten im Erdgeschoss und an der neu entstehenden Wachtmeisterei sind weitere Bauabschnitte notwendig.“ Im Einzelnen seien dies eine komplette Neuverkabelung für eine flächendeckende Brandmeldeanlage, die Erneuerung der Sicherheitsbeleuchtung und die EDV-Anbindung der Büros und Sitzungssäle zur Umstellung auf die E-Akte. Diese soll bis 2022 landesweit eingeführt werden, dann werden die Verfahren – so der Plan – ohne Papier auskommen.

Fertigstellung im März 2021

Für einige Beschäftigte des Amtsgerichts bedeuten die Bauarbeiten, dass sie mit ihrem Schreibtisch vorübergehend umziehen müssen. Bis zur geplanten Fertigstellung im März 2021 werden die Arbeitsplätze laut Schüßler in einem Gebäude an der Burgstraße untergebracht.

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