Fasching Göppingen am Samstag in Narrenhand

Zum zehnten Mal springen  am Samstag Narren durch die Göppinger  Nacht.
Zum zehnten Mal springen am Samstag Narren durch die Göppinger  Nacht. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / Arnd Woletz 09.01.2018
Nach zehn Jahren hat sich der Nachtnarrensprung und die Zunft der Galgenberghenker etabliert. Am Samstag ist es wieder so weit. Die Aufregung um das Konfettiverbot ebbt ab.

58 Fasnetsgruppen mit 2500 Narren und je nach Witterung mindestens noch einmal ebenso viele Besucher am Straßenrand werden beim 10. Göppinger Nachtnarrensprung erwartet. Damit gehört die Narrenparty in Göppingen mittlerweile zu den großen Faschings­adressen im Landkreis – und das in der Stadt, die zwar vor etwa 100 Jahren schon mal eine rege Narrenhistorie hatte, die dann aber fast zum Erliegen kam.

Mittlerweile habe sich das närrische Treiben in Göppingen „definitiv wieder etabliert“, sagt Daniel Paasch, der Ehrenzunftmeister der von ihm vor einem Jahrzehnt gegründeten Göppinger Narrenzunft Galgenberghenker. Wie alle anderen Narrengruppen im Landkreis könnten die Galgenberghenker zwar nicht an die Tradition der ältesten alemannischen Fasnetszünfte herankommen, aber sie seien doch „eine kulturelle Bereicherung für die Stadt“, findet Paasch, der gleichzeitig auch Präsident des Narrenverbundes Neckar-Fils-Region ist. Schließlich sei das Göppinger Treiben an die große Tradition der schwäbisch-alemannischen Fasnet angelehnt.

Das sieht man inzwischen auch bei der Stadtverwaltung so: „Der Nachtnarrensprung hat sich im Laufe der Jahre zu einer bemerkenswerten Veranstaltung ent­wickelt, die einen großen Kreis von Gästen erfreut“, sagt Dejan Birk-Mrkaja, stellvertretender Pressesprecher der Stadtverwaltung. „Die Stadt begleitet den Nachtnarrensprung mit verschiedensten Diensten.“

Diskussionen gab es in den vergangenen Jahren wegen des Konfettiverbots, das sich die Veranstalter selber auferlegt hatten, denn die Reinigungskosten, die die Stadt je nach Aufwand mit der Narrenzunft abrechnet, sind mit Konfettiregen enorm. Deshalb werden die teilnehmenden Zünfte – mit mehr oder weniger Erfolg – gebeten, die hartnäckig klebenden Papierschnipsel zuhause zu lassen. Die Aufregung um das Konfettiverbot hat sich aber gelegt. „Ich habe auch bei anderen Veranstaltungen im Kreis beobachtet, dass es allgemein weniger wird mit dem Konfetti“, sagt ­Daniel Paasch, dessen Frau Ines inzwischen die Vorsitzende der Zunft ist.

Im Unterschied zu den Vorjahren dürfen im Außenbereich aus Sicherheitsgründen keine Getränke-Flaschen mehr verwendet werden, sondern nur noch Plastikbecher, sagt Paasch. Auch bei der Zahl der Ordner entlang der Umzugsstrecke und im Partyzelt auf dem Marktplatz habe man sich auf eine stattliche Zahl von Ordnungskräften von Seiten der Veranstalter verständigt, sagen Narrenzunft und Stadt unisono. Außerdem wird die gesamte Veranstaltung durch Kräfte der Polizei und des Gemeindevollzugsdienstes (GVD) begleitet.

Schade findet Paasch zwei Dinge: Zum einen, dass der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till erneut seine Teilnahme am Zunftmeisterempfang abgesagt hat – nach Angaben der Stadt ist er am Samstag bei der Touristikmesse CMT im Einsatz. Zum anderen, dass im Gegensatz zu so mancher anderen Faschingshochburg das Party-Treiben auf dem Marktplatz um Mitternacht beendet sein muss.

Nachtnarrensprung: Programm in Kürze

11 Uhr Zunftmeisterempfang
14 Uhr Monsterkonzert der Guggen auf dem Schlossplatz
16 Uhr Umzug durch die Innenstadt (vom Schlossplatz zum Spitalplatz und weiter zum Marktplatz)
anschließend Narrenparty im beheizten Zelt auf dem Marktplatz

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