Konzept Gießerei kann Werfthalle nicht ersetzen

Göppingen / Arnd Woletz 10.08.2018
Die Pläne von OB Guido Till, die alte Boehringer-Gießerei zur Veranstaltungshalle umzubauen, sind verpufft. Im Stauferpark soll neu gebaut werden.

Vor knapp einem Jahr war es für den Göppinger OB Guido Till klar: Ein Ersatz für die an die Firma Kleemann verkaufte Werfthalle im Stauferpark muss her. Damals war sich der Rathauschef auch sicher, den idealen Standort gefunden zu haben. Die unter Denkmalschutz stehende Alte Gießerei auf dem ehemaligen Boehringer-Areal könne zum Veranstaltungsort für Messen, Konzerte und Ausstellungen umgebaut werden, schwärmte der OB. Das sei auch die Lösung für die Märklin-Tage im Jahr 2019. Bis dahin sollte auf dem Gießerei-Gelände ein Provisorium zur Verfügung stehen, kündigte Till an.

Von all dem ist nun nicht mehr die Rede. Die Alte Gießerei ist an die Firma Emag vermietet worden. Als Veranstaltungs- und Messehalle ist sie vom Tisch. Das bestätigt der OB. Er werde alles daran setzen, dass Emag in der altehrwürdigen Halle bleiben könne, sagte er unserer Redaktion. Die Firma belegt auch seit längerem die große sogenannte Composit-Halle neueren Baujahrs ganz im Westen des Boehringer-Areals. „Wir freuen uns , dass Emag hier Arbeitsplätze angesiedelt hat“, sagte der Oberbürgermeister.

Als neuer Messestandort ist nun das Gelände der ehemaligen „Clinic“ im Stauferpark im Gespräch. Das dortige Grundstück, das nur einen Steinwurf von der bisherigen Werfthalle entfernt liegt, sei zwar zur Hälfe verkauft worden, sagte Till. Auf der anderen Hälfte wäre aber der Bau einer „Zweckhalle“ möglich, die laut Till aber der Versammlungsstättenverordnung entsprechen müsse. Das Konzept werden nun erarbeitet. Dann müssten die Kosten  ermittelt werden und ob die Stadt oder einer ihrer Tochtergesellschaften bauen soll. Einen Zeitplan gibt es noch nicht.

Die Stauferfestspiele 2019 seien in der Werfthalle noch gesichert, sagt der OB. Für die Märklintage und die Internationale Modellbahnausstellung im September 2019 gibt es noch keine endgültige Lösung, wie Peter Michael Peschel, Leiter für Event und Marketing beim Moderllbahn-Hersteller, sagt. Er habe erst kürzlich erfahren, dass aus dem Projekt Alte Gießerei nichts wird.

Im Notfall müsse Märklin auf die EWS-Arena und das Maientagsgelände ausweichen. Er werde aber auch Gespräche mit der Firma Kleemann führen, ob auch Märklin 2019 noch den Messeplatz oder die Werfthalle nutzen könne. Für die Messen der Agentur „Staufen Plus“ sei das bereits gesichert, wie Geschäftsbereichsleiterin Lisa Hartleb bestätigt.

Der Oberbürgermeister verteidigt die Abkehr vom Boehringer-Areal als Kultur- und Veranstaltungsort. Die Stadt leiste sich schon sehr viele Veranstaltungshallen in der Stadt und in den Stadtbezirken. Außerdem sei sie in der Kulturförderung sehr gut aufgestellt. Und erst kürzlich sei sogar eine Lösung im langen Konflikt mit dem Technikforum gefunden worden: Die historische Maschinensammlung kann auf dem Boehringer-Areal bleiben und bekommt mehr Platz.

Wie geht es weiter auf dem Boehringer-Areal?

Besitzer Vor zwei Jahren hat die Stadt Göppingen die Gewerbebrache an der Stuttgarter Straße mit Hilfe der  Tochtergesellschaft Business Park Göppingen (BPG) gekauft. Seither wird am Konzept gefeilt. Große Teile stehen unter Denkmalschutz.

Nutzer Der Vorbesitzer, die Firma MAG, ist immer noch einer der Hauptnutzer. Auch einige andere Firmen haben sich angesiedelt.

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