Göppingen Geteilte Meinung zur Krise

Göppingen / NADJA KIENLE 25.10.2012
Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU lud mit der Jungen Union zu einem politischen Frühschoppen. Thema: die Euro-Schuldenkrise.

Zahlreiche Besucher und Gäste - darunter auch die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Nicole Razavi und Dr. Dietrich Birk, der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Riegert und der CDU-Bundestagskandidat Hermann Färber - strömten in den Göppinger Stauferpark, um dort in den Räumen der Firma Lambert an einem politischen Frühschoppen im Rahmen eines kleinen "Oktoberfests" teilzunehmen, veranstaltet vom Göppinger Kreisverband der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT) gemeinsam mit dem örtlichen Kreisverband der Jungen Union.

Der Referent Oswald Metzger stellte zum Thema Euro-Schuldenkrise die Frage "Wie sieht die richtige Lösungsstrategie aus?" Oswald Metzger werde als unabhängiger Freigeist das Thema beleuchten, stimmte MIT-Kreisvorsitzender Eduard Freiheit die Besucher auf den Vortrag ein. Entsprechend nahm Metzger als Finanzexperte und Publizist - der zudem einige Jahre als haushaltspolitischer Sprecher und Obmann im Finanzausschuss der Grünen im Bundestag wirkte und heute stellvertretender MIT-Bundesvorsitzender ist - auch kein Blatt vor den Mund: Die derzeitigen Schritte zur Bekämpfung der Schuldenkrise seien keine Lösung, sondern stellten lediglich einen Zeitgewinn dar, so Metzger, der hierbei auch die derzeit produzierte "Geldschwemme" der Europäischen Zentralbank kritisierte: "Die Finanzierung von Staatsschulden mit der Notenpresse führt über kurz oder lang zu einer Inflation", betonte er. Die Angst der Bevölkerung, die wegen des schwindenden Vertrauens in die Kaptalmarktstabilität verstärkt Sachwertflucht betreibt, könne nur ausgeräumt werden, wenn "Verantwortung und Haftung" im Hinblick auf die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten entsprechend verbunden würden, erklärte Metzger.

Metzger sprach sich dafür aus, dass das hochverschuldete Griechenland aus der europäischen Währungsunion ausscheiden solle, da es im EU-Währungsraum nicht wettbewerbsfähig werden könne, sondern dies nur mit seiner eigenen Währung erreichbar sei. "Es muss hier der Stecker gezogen werden, ansonsten wird es ein Fass ohne Boden", betonte er und wies dabei auch auf andere verschuldete EU-Länder, wie Spanien, Portugal oder Italien hin. Rettungshilfen dürften lediglich Hilfen zur Selbsthilfe sein und nicht zur selbstverständlichen Dauerhilfe werden, argumentierte der Referent.

Nach dem Vortrag stand auch noch eine spannende Diskussionsrunde auf dem Frühschoppen-Programm, bei der beispielsweise geäußert wurde, dass die griechische Volkswirtschaft angekurbelt werden könnte, indem die Flächen des Landes für die Erzeugung alternativer Energien genutzt würden. Außerdem wies ein Teilnehmer darauf hin, dass für eine funktionierende Währungsunion auch alle Länder an einem Strang ziehen müssten und hierzu auch eine gewisse gemeinsame Geisteshaltung notwendig sei. Ein weiteres Statement lautete zudem, dass die EU bei einem Ausscheiden Griechenlands "weltweit als Zweiter-Klasse-Club" angesehen würde, wobei auch eine entsprechende Steuerpflicht für reiche griechische Bürger zu begrüßen sei. "Wenn Griechenland aus der Währungsunion ausscheidet, gehen in diesem Land die Lichter aus", warnte Klaus Riegert bei der Diskussion.

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