Göppingen Gestohlene Träume

Die Proben zum Stück "Fatima und der Traumdieb", das die Theatergruppe des Diakonischen Werks aufführt, laufen auf Hochtouren. Foto: Diakonisches Werk Göppingen
Die Proben zum Stück "Fatima und der Traumdieb", das die Theatergruppe des Diakonischen Werks aufführt, laufen auf Hochtouren. Foto: Diakonisches Werk Göppingen
Göppingen / SWP 07.02.2014
Am Sonntag ist Premiere: Die interkulturelle Theatergruppe "global players" der Diakonie führt das syrische Märchen "Fatima und der Traumdieb" nach Rafik Schami in der Jugendmusikschule Göppingen auf.

Rund zwei Dutzend Theaterbegeisterte haben sich seit einem Jahr im Göppinger Bürgerhaus auf die dritte Produktion der Theatergruppe "global players" der Diakonie vorbereitet: Das Stück "Fatima und der Traumdieb" nach Rafik Schami. Die rund neunzigminütige Bühnenfassung will mit Humor, leidenschaftlichem Charme, bunten Szenen und liebevoll gestalteten Kostümen beeindrucken.

Fatima lässt nichts unversucht, um ihren Widersacher zu verärgern: "Wenn ich nicht gegessen habe, werde ich schwerhörig und vergesslich - was hast du zuletzt gesagt?". Die Proben zu Rafik Schamis Geschichte von den armen Geschwistern Hassan und Fatima, die von einem gerissenen Schlossherrn ausgebeutet und um ihre Träume gebracht werden sollen, laufen auf Hochtouren. "Noch wenige Tage bis zur Premiere, da steigt die Nervosität", sagt Bruni, die sich als Souffleuse für das integrationsfördernde Projekt engagiert. Über einhundert Zugewanderte und Einheimische jeden Alters aus mehr als vierzig Nationen haben sich seit 2009 ehrenamtlich auf und hinter der Bühne beteiligt; Herkunft, Aufenthaltsstatus und Sprachniveau spielen dabei keine Rolle. Bei den wöchentlichen Proben wird deutsch geredet: "Ich spreche besser und ohne Angst", sagt Teresa aus Chile, die eine der Hauptrollen spielt. "In meiner Rolle habe ich gelernt, auch ohne Sprache etwas auszudrücken", ergänzt Irina, die bereits in Russland Deutsch gelernt hat.

Joachim Scheufele-Leidig vom Migrationsfachdienst des Diakonischen Werks Göppingen hat das Projekt initiiert und führt Regie: Er versteht sich in erster Linie als Motivator, der Ideen und Möglichkeiten der Spielenden aufgreift und umsetzt. 2011 wurde das Projekt mit dem Integrationspreis der Evangelischen Landeskirche ausgezeichnet. In "Fatima und der Traumdieb" setzt sich der aus Syrien stammende Schriftsteller Rafik Schami mit Kinderarbeit, dem Wert von Träumen und Gerechtigkeit auseinander.

Info Aufführungen: Sonntag, 9. und 16. Februar, jeweils 16 und 19 Uhr, im Zimmertheater der Jugendmusikschule Göppingen. Eintritt frei.