Lesung Geschichten aus der arabischen Welt

Blick auf die Stadt Tanger. Fotografien von Boris Kerenski sind vom 22. November an im Kreismedienzentrum zu sehen.
Blick auf die Stadt Tanger. Fotografien von Boris Kerenski sind vom 22. November an im Kreismedienzentrum zu sehen. © Foto: Boris Kerenski
Göppingen / Stefan Renner 17.11.2018

Roger Willemsen war einst begeistert von Boris Kerenskis – der in Geislingen am Michelberg-Gymnasium unterrichtet  – und Florian Vetschs „Tanger Telegramm“. Jetzt stellen die beiden Herausgeber die Produktion in Form einer Lesung im Kreismedienzentrum (KMZ) vor. Das Kreismedienzentrum Göppingen hat bereits einige Ausstellungen kuratiert. Standen 2017 Zeichnungen, Collagen und medial-installative Arbeiten im Fokus, so kommt es am Donnerstag, 22. November, ab 19.30 Uhr zu einer besonderen Lesung, die von fotografischen Eindrücken flankiert wird.

Das legendäre „Tanger-Telegramm“ wird von den beiden Herausgebern Boris Kerenski und Florian Vetsch als Lesung durch die „tangerinen Literaturen“ des 20. Jahrhunderts vorgestellt. Kerenskis Bilder zeigen darüber hinaus in großformatigen, künstlerischen Schwarz-weiß-Fotografien die marokkanische Stadt an der Meerenge von Gibraltar.

Florian Vetsch wurde 1960 in Buchs in der Schweiz geboren. Der Literaturkritiker und promovierte Philosoph ist als Autor, Übersetzer und Herausgeber tätig und arbeitet als Philosophie- und Deutschlehrer am Gymnasium.

Boris Kerenksi wurde 1971 in Stuttgart geboren und studierte dort an der Kunstakademie. Er  unterrichtete als Dozent im Literaturhaus Stuttgart, war Redakteur für diverse Print- und Onlinemedien und ist mittlerweile als Gymnasiallehrer und Buchautor tätig.

Ihre gemeinsame Anthologie „Tanger Telegramm“ erschien 2004 im Bilger Verlag Zürich und wurde nach einer emphatischen Besprechung von Roger Willemsen im Schweizer Fernsehen zu einem Kultbuch. Die Berliner Zeitung zeichnete die Textsammlung „als rare Kostbarkeit“ aus und die Süddeutsche Zeitung lobte die „Botschaften von einem Ort, an dem Verschiedenheit nicht geduldet, sondern zelebriert wird“. Jetzt ist das Buch in einer überarbeiteten Version neu aufgelegt worden.

Tanger war vor allem im 20. Jahrhundert ein Anziehungspunkt für Künstler wie Henri Matisse und Vertreter der Beat-Generation. Aber auch der Märchen­erzähler Hans Christian Andersen ließ sich von der Atmosphäre inspirieren. Auch der US-Schriftsteller, Komponist und Weltmusik-Sammler Paul Bowles kam auf Anraten von Gertrude Stein nach Tanger.

Die Lesung gewährt Einblicke ins Buch, in Geschichten und eine faszinierende arabische Welt. Die Fotografien Kerenskis greifen Eindrücke aus Tanger auf und führen zusammen mit den Texten zu einem verdichteten Erleben dieser besonderen Stadt.

Info Die Fotoausstellung ist noch bis 19. Dezember im KMZ zu sehen.

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