Vom ältesten menschlichen Fundstück im Kreis Göppingen, einem Feuersteinwerkzeug aus der Zeit der Neandertaler, über alemannische Grabfunde bis hin zu Überresten eines abgestürzten englischen Bomberflugzeugs aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs - all diese Originalfunde werden ab Samstag, 14. September, in der archäologischen Ausstellung "Überraschend. Alt. - 75.000 Jahre Menschheitsgeschichte im Landkreis Göppingen" auf Schloss Filseck in Uhingen gezeigt.

Für diese Ausstellung im Rahmen des 75. Landkreis-Jubiläums laufen derzeit die Vorbereitungen in der Kreisarchäologie auf Hochtouren. "Momentan sind wir quasi rund um die Uhr beschäftigt", erzählt Kreisarchäologe Dr. Reinhard Rademacher. Zusammen mit Michael Weidenmacher, Volontär bei der Kreisarchäologie, und Ausstellungsgrafikerin Katja Bode ist der 57-Jährige seit Beginn des Jahres mit den Vorbereitungen für die rund einmonatige Präsentation beschäftigt. "Zunächst haben wir die Exponate aus dem Landkreis nach Epochen sortiert, geschaut, was in die Ausstellung passt und ein Konzept erstellt", berichtet Rademacher. Denn die Schau soll zum einen die Epochen von 75.000 Jahren Menschheitsgeschichte im Landkreis widerspiegeln und zum anderen diesen langen Zeitraum anschaulich für archäologische Laien darstellen. Vor allem auch Schüler wollen die Ausstellungs-Macher mit speziellen Führung erreichen.

Zu sehen sind auch Stücke, die bislang nie öffentlich ausgestellt wurden

"Dabei können wir natürlich nur einen kleinen Teil der Fundstücke aus dem Landkreis präsentieren", sagt Rademacher. Mehr als 500 Stück sollen es sein. Diese kommen aus den Beständen der Kreisarchäologie, den Museen Göppingen, Geislingen, Ebersbach, Uhingen, dem Landesmuseum Württemberg und von privaten Sammlern. "Wir zeigen auch Stücke, die bislang noch nie öffentlich ausgestellt wurden", sagt der Kreisarchäologe.

Zu den verschiedenen Epochen wie der Bronze- oder der römischen Kaiserzeit soll es verschiedene Vitrinen für die Exponate mit verständlichen Schautafeln zu den einzelnen Zeitabschnitten geben. Abgerundet werden soll die Ausstellung mit drei Fachvorträgen und nach Anmeldung auch Gruppenführungen.

Aktuell laufen noch einzelne Verhandlungen mit den Leihgebern der Fundstücke, die Exponate müssen abgeholt werden und beispielsweise Versicherungslisten erstellt werden. "Wir haben derzeit viel zu koordinieren", berichtet Rademacher.

Er und seine Mitstreiter hoffen, dass sie die guten Besucherzahlen und eine ähnlich positive Resonanz wie bei der Alamannen-Ausstellung vor zwei Jahren bei dieser Präsentation wiederholen können. "Vielleicht können wir die Besucherzahlen ja auch noch toppen", wünscht sich der Kreisarchäologe schmunzelnd. Schön wäre es auch, wenn viele Besucher auch von außerhalb des Landkreises kommen würden, fügt der Kreisarchäologe Reinhard Rademacher hinzu.