"Bevorzugte Gegend" ist der Titel eines neuen Gedichtbands von Gerd Kolter, den der Autor am morgigen Freitag in der Stadtbibliothek Göppingen in Kooperation mit dem Kulturreferat der Stadt Göppingen vorstellt. Beginn ist um 20 Uhr.

Unter dem Titel "Bevorzugte Gegend" sind vor kurzem Gerd Kolters Bodenseegedichte erschienen. Allein schon der bibliophile Charakter zeichnet die ästhetisch gestaltete Gedichtsammlung aus: Das Buch ist in der San Marco Handpresse des Künstlers und Verlegers Peter Marggraf als Nummer 11 der Reihe "i libri bianchi" ("Die weißen Bücher") erschienen - Kolters Gedichte befinden sich dabei in guter Gesellschaft: Rilke, Trakl, Büchner und Heine-Anthologien liegen unter anderem in dieser Reihe vor. Kolters Gedichtband wird durch sechs Monotypien von Peter Marggraf bereichert. 1947 bei Lüneburg geboren, gehört der Bildhauer, Zeichner und Büchermacher zu den wenigen bildenden Künstlern, die sich - seit der Verdrängung des Bleisatzes durch digitale Drucktechniken - dem Handpressendruck verschrieben haben.

Gerd Kolter ist denn auch von der Machart der libri bianchi angetan: "Was ich selbst an Marggrafs Büchern schätze, ist auch das, was für mich moderne Bibliophilie ausmacht: keine Ornamentik, keine Schnörkel, keinen Schmuck um seiner selbst willen, sondern Geradlinigkeit; klare Linien, klare Konturen, überlegte Farbschattierungen, sodass zusammen mit den Texten ein Ganzes entsteht und nicht das eine für das andere Beiwerk ist." Die Monotypien von Peter Marggraf antworten den Gedichten von Gerd Kolter als autonome, von Kolters Poesie inspirierte, Werke. Wer den in Göppingen lebenden Gerd Kolter kennt, weiß dass seine "Bevorzugte Gegend" schon seit langem der Bodensee ist. Kolters knappe, bewusst schmucklos gehaltene Verse sind das Ergebnis zahlreicher Aufenthalte "am behäbigen Wasser".