Wettbewerb Filmpreis für Josef Pettingers Werk „Reni“

Josef Pettinger aus Manzen bei einem internationalen Wettbewerb.
Josef Pettinger aus Manzen bei einem internationalen Wettbewerb. © Foto: Menzinger
Göppingen/Hildesheim / Jürgen Schäfer 12.07.2018
Einen weiteren Preis erhielt Josef Pettinger auf Bundesebene für seinen Film über die contergangeschädigte „Reni“.

„Reni“ überzeugt alle. Amateurfilmer Josef Pettinger aus Manzen hat mit seinem Porträt über die contergangeschädigte „Reni“ schon einen Bundesfilmpreis gewonnen. Jetzt auch einen Hauptpreis beim Bundeswettbewerb Deutscher Generationenfilmpreis in Hildesheim. Dort wurden nicht weniger als 900 Filme eingereicht, 38 wurden ausgezeichnet. Pettinger machte bei dem dreitägigen Filmfestival das Rennen in der Kategorie 50 plus. Für den Altmeister aus dem Kreis Göppingen, der eigentlich schon alle Preise in seinem Metier gewonnen hat, ist diese Trophäe neu. Er hat noch nie an dem Generationenwettbewerb teilgenommen. Denn: „Ich hatte dafür keinen Film“, sagt er.

Das muss Zufall sein. Denn Pettinger interessiert sich für Menschen genauso wie für die Natur oder ein versunkenes Schiff. Jetzt hat es gepasst. Sowohl der Filmemacher wie seine Protagonistin gehören zur Generation 50 plus. Der Mann aus Manzen war mit seinen 70 Lenzen mit der älteste Teilnehmer.

Für Pettinger hat der Erfolg mehrere schöne Seiten. Junge Filmemacher, die in der Kategorie bis 25 Jahre antraten, haben ihn angesprochen und waren beeindruckt, erzählt er. Und es ist von all seinen Preisen der erste, für den es ein Preisgeld gab. Ansonsten tragen die Teilnehmer von Wettbewerben, ob sie erfolgreich sind oder nicht, ihre Spesen selber. Was die Jury hervorhob: „Unsentimental und empathisch entsteht in zahlreichen Rückblenden und Spannungsbögen das faszinierende Porträt einer Frau aus ihrer Augenhöhe und mit ihren Kommentaren.“

„Reni“ ist das Porträt einer starken Frau, die Pettinger vor vielen Jahren als Kollegin kennenlernte und deren Wege sich ein zweites Mal gekreuzt haben – bei der Theatergruppe „Traumtänzer“ in Göppingen. Die hat Pettinger im Blick, und dort stand die contergangeschädigte „Reni“ im Mittelpunkt eines Stücks namens „Mauern aus Glas“. Das zeigt der 18-Minuten-Film ebenso wie Renis Alltag, ihren Lebensweg und ihre Malkunst, die sie trotz starker Behinderung ent­wickelt hat.

60 Jahre nach dem Contergan­skandal hat Pettinger in das Leben einer  Betroffenen geblickt – ein Beitrag, der zu dem Profil des Wettbewerbes in Hildesheim passte. Der will über die lebendige Filmkunst hinaus generationenübergreifend zu gesellschaftlichen Diskussionen anregen und sie begleiten. Das Echo, das Pettinger von seinen jungen Kollegen bekam, zeigt, dass sein Film diese Qualität hat.

Besonders auch: Tausend Zuschauer haben „Reni“ schon gesehen, bei den Filmwettbewerben und Pettingers Filmvorführungen. Leser kennen Reni und ihre Zwillingsschwester. Sie haben öffentlich über ihr Leben mit Behinderung gesprochen und sind anderen ein Vorbild an Lebensmut.

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